Politik

"Europäische Solidarität" Bund zahlt Behandlung von EU-Ausländern

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Die zu erwartenden Kosten belaufen sich auf etwa 20 Millionen Euro.

(Foto: imago images/Pacific Press Agency)

Mehr als 200 zum Teil schwer kranke Patienten aus dem EU-Ausland werden in deutschen Kliniken behandelt. Gesundheitsminister Spahn kündigt nun an, dass Deutschland die Kosten dafür tragen werde. Diese dürften laut einer Prognose bei 20 Millionen Euro liegen.

Die Bundesrepublik will die Kosten für die Behandlung schwer kranker Corona-Patienten aus EU-Partnerstaaten in deutschen Krankenhäusern übernehmen. Mit der Kostenübernahme demonstriere Deutschland "unser Verständnis von europäischer Solidarität", erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor der Sitzung des sogenannten Corona-Kabinetts, das dazu einen Beschluss fassen soll. Spahns Ministerium bezifferte die erwarteten Kosten auf 20 Millionen Euro.

"Deutschlands Krankenhäuser versorgen auf ihren Intensivstationen bereits mehr als 200 schwer kranke Corona-Patienten aus europäischen Partnerländern", erklärte der Minister. "Die Bereitschaft und die Kapazität, bei Bedarf weitere aufzunehmen, sind da." Nach Angaben von Spahns Ministerium liegen derzeit Anfragen für etwa 40 weitere Patienten vor.

Die Kostenübernahme gilt nach Ministeriumsangaben für beatmete, intensivmedizinisch behandelte Covid-19-Patienten, die in Deutschland behandelt werden, weil die Kapazitäten in ihren Heimatländern nicht ausreichen. Sie ist bis Ende September befristet. Betroffen sind vor allem Patienten aus Frankreich, Italien und den Niederlanden. "Europa steht auch in Krisenzeiten zusammen", erklärte Minister Spahn.

Quelle: ntv.de, bdk/AFP