Politik

Kauf nicht finanzierbar Bundeswehr beerdigt Drohnen-Projekt

67803819.jpg

Drohnen des amerikanischen Konzerns Northrop Grumman.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ursprünglich sollte die Bundeswehr 2025 neue Aufklärungsdrohnen des US-Konzerns Northrop Grumman erhalten. Doch nun ist das Projekt gestrichen - auch wegen Kosten in Milliardenhöhe. Eine günstigere Alternative steht schon bereit.

Die Bundeswehr gibt das milliardenschwere Projekt zur Beschaffung von Triton-Aufklärungsdrohnen des US-Konzerns Northrop Grumman auf. Stattdessen will sie drei Flugzeuge des Typs Bombardier Global 6000 kaufen und mit Militärsensoren ausstatten.

Ausschlaggebend dafür sei einerseits, dass Triton nicht wie der Nato zugesagt bis 2025 fertig würde, heißt es in einer vertraulichen Unterrichtung der Obleute des Verteidigungsausschusses, die Reuters vorlag. Zudem sei die Drohne mit geschätzten Kosten von rund 2,4 Milliarden Euro nicht finanzierbar. Andere Nationen nutzten die Global 6000 bereits für militärische Einsätze. Die Bundeswehr selbst betreibt drei Maschinen des Typs für den Transport von Regierungsmitgliedern.

"Es ist vorgesehen, drei Flugzeuge mit einem signalerfassenden Missionssystem auszustatten", heißt es in der Unterrichtung. "Dieses soll unter weitgehender Verwendung der durch die deutsche Industrie bereits für das damalige Projekt Euro Hawk entwickelten Sensorik erfolgen." Die Sensoren dafür sollte der Airbus-Konzern liefern, der seither aber weite Teile der entsprechenden Sparte verkaufte.

Bei Triton wäre die Sensorik im Innern der Drohne vor allem von der bayerischen Firma Hensoldt gekommen, während Airbus für die Gesamtintegration und die Auswertungsstationen am Boden verantwortlich gezeichnet hätte. Ob es bei dieser Verteilung bleibt, geht aus der Unterrichtung nicht hervor. Frühere Investitionen könnten in Teilen genutzt werden, heißt es darin lediglich. Die Kosten reduzierten sich so signifikant. Der Haushaltsausschuss solle voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 über den Kauf der Flugzeuge entscheiden.

Triton sollte ursprünglich ab 2025 an die Bundeswehr ausgeliefert werden und wie ein gigantischer Datenstaubsauger aus 20.000 Metern Höhe den Funkverkehr belauschen und die Sensoren gegnerischer Flugabwehr aufspüren.

Triton war der Nachfolger des Entwicklungsprojekts Euro Hawk, bei dem der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maiziere 2013 die Reißleine zog, als sich abzeichnete, dass die Drohne in Deutschland wohl nur mit enormen Mehrkosten oder gar nicht zugelassen werden könnte. Er geriet wegen der Affäre stark unter Druck. Der Euro Hawk basierte auf einer älteren Variante der Global-Hawk-Drohne von Northrop Grumman, Triton dagegen auf einer wesentlich neueren Version.

Quelle: ntv.de, jpe/rts