Politik

Bagdad wünscht Kooperation Bundeswehr bildet wieder im Nordirak aus

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Im nordirakischen Erbil sind rund 90 deutsche Soldaten stationiert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Bundeswehr kehrt in den Nordirak zurück, um dort Sicherheitskräfte auszubilden. Nach dem tödlichen US-Luftangriff auf einen iranischen General hatte das irakische Parlament den Abzug aller ausländischen Truppen gefordert. Doch die Regierung wünscht sich offenbar, dass die Soldaten bleiben.

Die Bundeswehr hat die nach der Eskalation im Iran-Konflikt unterbrochene Ausbildung kurdischer Sicherheitskräfte im Nordirak wieder aufgenommen. Diese sei nach einer Entscheidung des Hauptquartiers der Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und zusammen mit multinationalen Partnern erfolgt, teilte die Bundeswehr mit.

Der Ausbildungsbetrieb werde seit 6.00 Uhr deutscher Zeit fortgesetzt. Im Zentralirak bleibt die Ausbildung zunächst aber ausgesetzt. Aus dem Zentralirak waren die deutschen Soldaten und Einheiten anderer Staaten abgezogen worden, nachdem die USA in der Nacht zum 3. Januar den iranischen General Ghassem Soleimani mit einem Luftangriff gezielt getötet hatten. Als Reaktion feuerte der Iran Raketen auf von US-Truppen genutzte Stützpunkte im Irak. Im nordirakischen Erbil sind rund 90 deutsche Soldaten stationiert. Auch diese Region war angegriffen worden.

Das Parlament in Bagdad hatte nach dem US-Drohnenangriff auf den General für den Abzug aller ausländischen Truppen aus dem Land votiert. Die Regierung in Bagdad wünscht sich Außenminister Heiko Maas zufolge aber eine Fortsetzung des Bundeswehr-Einsatzes. Dies habe Regierungschef Adel Abdel Mahdi Vertretern der Bundesregierung bestätigt, hatte der SPD-Politiker im Bundestag erklärt.

AKK: "Wollen Mission fortführen"

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat in Iraks Hauptstadt Möglichkeiten für die Fortsetzung des Anti-IS-Einsatzes sondiert. Vorher hatte sie gesagt: "Wir wollen diese Mission fortführen, aber für uns ist auch klar, wir werden dies nur tun können, wenn es dazu auch das Einverständnis der irakischen Regierung gibt. Und die irakische Regierung befindet sich zurzeit in der Beratung, wie sie mit dem Votum des irakischen Parlamentes umgeht."

Ihre Aufklärungsflüge im Rahmen des internationalen Einsatzes gegen die Terrormiliz hatte die Bundeswehr bereits wieder aufgenommen. Von der jordanischen Luftwaffenbasis Al-Asrak aus sind noch bis Ende März Tornado-Jets im Einsatz. Sie sollen Verstecke des IS in Syrien und im Irak aufspüren.

Quelle: ntv.de, can/dpa