Politik

Nach Bundestagsentscheid Bundeswehr verlässt Incirlik

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Die Bundeswehr fliegt ihre Aufklärungseinsätze gegen den IS in Zukunft von Jordanien aus.

(Foto: dpa)

Die Tage der Bundeswehrsoldaten auf dem türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik sind gezählt. Nach dem Bundestagsbeschluss für den Abzug packen die Soldaten ihre Sachen, ein Tankflugzeug eröffnet den Abzugsreigen.

Die Bundeswehr hat mit dem Abzug vom türkischen Luftwaffen-Stützpunkt Incirlik begonnen. Ein erstes Tankflugzeug für die Aufklärungs-Jets vom Typ Tornado werde im Laufe des Tages den Militärflughafen verlassen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Der "Spiegel" hatte zuvor darüber berichtet.

Die Luftwaffen-Einheit zieht nach Jordanien um. Der Abzug erfolgt nach einer Abstimmung im Bundestag und ist die Konsequenz aus anhaltenden Streitigkeiten zwischen Deutschland und der Türkei. Die türkische Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte es Bundestagsabgeordneten mehrfach untersagt, die deutschen Soldaten in Incirlik zu besuchen.

Das Verbot stand offenbar im Zusammenhang mit dem Beschluss des Bundestages, den Massenmord an Armeniern während des Ersten Weltkrieges im damaligen Osmanischen Reich als Genozid zu werten. Erdogan sieht darin eine Verunglimpfung seines Landes. Zudem wirft er einzelnen Abgeordneten eine Nähe zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vor.

Da die Bundeswehr eine Parlamentsarmee ist und damit der Kontakt mit Abgeordneten als unverzichtbar gilt, beschloss der Bundestag den Abzug. In Incirlik waren bislang rund 250 deutsche Soldaten als Teil des internationalen Einsatzes gegen die Extremistenmiliz IS stationiert. Mit sechs Tornado-Jets flogen sie von dort aus Aufklärungseinsätze über Syrien und dem Irak, zudem versorgte das Tankflugzeug die Verbündeten in der Luft mit Treibstoff. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat angekündigt, dass sich die Bundeswehr von Oktober an wieder an den Einsätzen von Jordanien aus beteiligen will.

Quelle: ntv.de, apo/rts

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