Politik

Streitbarer Landesinnenminister CDU-Politiker Jörg Schönbohm gestorben

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Jörg Schönbohm wurde 81 Jahre alt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Große Trauer in der CDU: Der ehemalige Brandenburger Innenminister und Berliner Innensenator Jörg Schönbohm ist tot. Er wurde 81 Jahre alt. Schönbohm war einer der prägenden CDU-Politiker in Ostdeutschland.

Jörg Schönbohm, früherer Berliner Innensenator und ehemaliger Innenminister von Brandenburg, ist tot. Der langjährige CDU-Politiker ist in der Nacht zum Freitag im Alter von 81 Jahren gestorben, teilte die Brandenburger CDU mit. Er verstarb in seinem Haus in Kleinmachnow.  Nach Angaben der "Märkischen Allgemeinen" ist er an einem Herzinfarkt gestorben.

Schönbohm trat 1994 in die CDU ein und war von 1996 bis 1998 Berliner Innensenator unter dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen. Später war er zehn Jahre lang Innenminister in Brandenburg bis es zur Rot-Roten Koalition des SPD-Ministerpräsidenten Matthias Platzeck kam.

Von 1998 bis 2007 führte er außerdem als Landesvorsitzender die CDU in Brandenburg. Politisch engagierte sich Schönbohm auch stark in der sogenannten "deutschen Leitkultur"-Debatte.

Für Auflösung der NVA verantwortlich

Schönbohm wurde 1937 in Neu Golm im Landkreis Oder-Spree geboren, kam aber noch als Kind in den Westen. Nach dem Abitur in Kassel schlug er eine Bundeswehrlaufbahn ein. Zeitweise war er Kommandeur einer Panzerdivision, zudem arbeitete er im Verteidigungsministerium. Als sein Meisterstück gilt die Auflösung und teilweise Integration der Nationalen Volksarmee in die Bundeswehr nach der Wiedervereinigung.

Damals war er Befehlshaber des Bundeswehrkommandos Ost in Strausberg östlich von Berlin. Außerdem war Schönbohm nach der Wende für den Abzug der russischen Streitkräfte zuständig. Zu seinen Erfolgen in Brandenburg zählen eine Gemeinde- und Polizeireform. Vor allem die Polizei stärkte er. Die CDU in Brandenburg würdigte Schönbohm mit dem Ehrenvorsitz der Partei. Verheiratet war Schönbohm seit 1959, aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.

Der CDU-Politiker hatte schon mehrere Jahre gesundheitliche Schwierigkeiten: 2012 erlitt er einen Schlaganfall. Nur zwei Jahre später musste bei ihm ein Gehirntumor entfernt werden.

Quelle: n-tv.de, sgu/dpa