Politik

Utopisches Unterfangen CDU-Vize-Generalin sucht Miet-Schnäppchen in Berlin

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Sucht was in Berlin-Mitte: Christina Stumpp (r.).

(Foto: imago images/Jens Schicke)

Christina Stumpp ist Teil der neuen CDU. Die Bundestagsabgeordnete aus Baden-Württemberg scheint den Wohnungsmarkt in der Hauptstadt aber nicht zu kennen. Mit eher unrealistischen Vorstellungen bittet sie im parteiinternen Intranet um Tipps für die Wohnungssuche.

Christina Stumpp ist bei der Bundestagswahl im September erstmals für die CDU in den Bundestag gewählt worden. Außerdem soll die 34-jährige Wahlkampfberaterin von Friedrich Merz dem neuen Parteichef als Vize-Generalsekretärin bei der Neuaufstellung der Union helfen. Noch aber hadert sie mit dem Berliner Wohnungsmarkt. Wie unter anderem der "Business Insider" berichtet, bittet Stumpp im Intranet des Bundestags um Tipps bei der Wohnungssuche.

Gesucht wird eine Bleibe im Regierungsviertel oder in unmittelbarer Nähe des Bundestags. Allerdings dürften die gewünschten 60 Quadratmeter oder mehr für maximal 800 Euro kalt ein Problem werden auf einem Wohnungsmarkt, der derart angespannt ist, dass die Berlinerinnen und Berliner bei der Wahl im September für eine Enteignung von Wohnkonzernen gestimmt haben.

Hilfe naht bereits von SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert. An eine auf Twitter veröffentlichte Stellenausschreibung für eine Wissenschaftliche Mitarbeiterin oder einen Wissenschaftlichen Mitarbeiter mit Schwerpunkt Mietenpolitik knüpfte er noch den Kommentar: "Durchhalten, Frau Stumpp! Bald lösen wir das für Sie!"

59,1 Prozent der Wählerinnen und Wähler in Berlin hatten bei dem Volksentscheid am 26. September für die Enteignung großer Immobilienfirmen gestimmt. SPD, Grüne und Linke verständigten sich bei den Verhandlungen zur Bildung einer neuen Landesregierung darauf, zunächst eine Expertenkommission einzusetzen, die die Umsetzung prüfen und dafür ein Jahr Zeit bekommen soll.

Von Enteignungen hält die neue Bundesbauministerin Klara Geywitz allerdings nichts. Dadurch verändere sich nur die Eigentümerstruktur, sagte die SPD-Politikerin dem "Tagesspiegel". Sie verwies darauf, dass der Koalitionsvertrag für die neue Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP eine Mietpreisbremse bis 2029, eine Begrenzung von Mieterhöhungen in angespannten Wohnungsmärkten und die Ausweitung des Mietspiegels vorsehe. "Ich werde mit dem Justizminister sprechen, um das so schnell wie möglich umzusetzen." Wenn sich der Mietermarkt nicht entspanne, werde die SPD mit den Koalitionspartnern über weitere Schritte reden.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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