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Trotz "schwerer Krise" CDU kriselt, Mohring fährt in den Urlaub

Mike Mohring. Foto: Michael Reichel/dpa/Archivbild

In der eigenen Partei unter massivem Druck: Thüringer CDU-Chef Mike Mohring.

(Foto: Michael Reichel/dpa/Archivbild)

Die CDU steckt nach dem Eklat um die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen in der Klemme - maßgeblich wegen des Abstimmungsverhaltens von Thüringen-Chef Mohring und seiner Fraktion. Der Krise zum Trotz fährt der Landeschef in den Urlaub.

Im Präsidium der Christdemokraten sorgen die Urlaubspläne des Thüringer CDU-Chefs für Unmut. Mike Mohring ist bis Ende der Woche im Skiurlaub, wie sein Generalsekretär Raymond Walk der Redaktion von ntv und RTL bestätigte. Anderslautende Informationen kommen aus der CDU-Geschäftsstelle in Erfurt. Von dort heißt es, Mohring sei nur bis Dienstag im Urlaub. Während der Präsidiumssitzung am Donnerstagabend soll Mohring seine Pläne bestätigt haben, was den Informationen zufolge für großen Unmut gesorgt haben soll. Angesichts der "schweren Krise", in der sich die Partei befinde, sei das nicht nachvollziehbar, war zu hören.

Zudem stünde Mohring dann nicht für Gespräche bereit, die eine Lösung der politischen Krise finden sollen. Die "Thüringer Allgemeine" berichtet unter Berufung auf Parteikreise, dass es bereits erste Treffen von Vertretern der Landtagsfraktionen der Linken, SPD, Grünen und CDU gegeben habe. Demnach geht es dabei darum, Neuwahlen zu vermeiden und um eine mögliche Wiederwahl von Ministerpräsident Bodo Ramelow.

Mohring lehnt Neuwahlen bisher ab

Mohring war nach der Wahl des Thüringer Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich, der am Mittwoch mit den Stimmen von CDU, FDP und AfD ins Amt gehoben wurde, in der eigenen Partei unter massiven Druck geraten. Die Spitze der Bundespartei wertete das Abstimmungsverhalten als Verstoß gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss, der eine Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD verbietet.

Das Präsidium der Bundes-CDU unter Kramp-Karrenbauer hatte nach dem Debakel vom Mittwoch einstimmig Neuwahlen empfohlen, konnte sich aber gegen den Thüringer Landesverband nicht durchsetzen. Mohring hatte das vor dem Treffen vorerst ausgeschlossen. Der Landtag müsse eine Lösung finden, "und die liegt definitiv nicht in Neuwahlen", sagte er und forderte, Kemmerich müsse nun die Vertrauensfrage stellen.

Anschließend wurde Mohring in der Sitzung am Donnerstagabend stark kritisiert. Kramp-Karrenbauer und CDU-Vize Jens Spahn hätten sehr eindringlich betont, dass das Zusammenhalten der CDU in Ost und West eine wichtige Aufgabe sei.

Quelle: ntv.de, bdk