Politik

"Ich werde Sie vernichten" CSU-General Mayer tritt nach Bedrohung von Reporter zurück

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Stephan Mayer trat erst Ende Februar das Amt des Generalsekretärs der CSU an.

(Foto: picture alliance / SvenSimon)

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Erst Ende Februar wird Stephan Mayer neuer Generalsekretär der CSU. Nun kündigt der Politiker seinen Rückzug aus "gesundheitlichen Gründen" an. Und es kommt ans Licht: Mayer bedrohte einen Journalisten massiv.

CSU-Generalsekretär Stephan Mayer ist nach nur kurzer Amtszeit zurückgetreten. "Aus gesundheitlichen Gründen habe ich heute den Parteivorsitzenden der CSU gebeten, mich von meiner Aufgabe als Generalsekretär zu entbinden", hieß es in einer Erklärung Mayers. Zuvor soll der 48-Jährige einen Reporter in zwei Telefonaten massiv bedroht und erpresst haben. Der Münchner Burda-Verlag wirft dem Politiker vor, einen Journalisten des Magazins "Bunte" mit "Vernichtung" gedroht zu haben.

Demnach soll Mayer dem Mitarbeiter wortwörtlich gesagt haben: "Ich werde Sie vernichten. Ich werde Sie ausfindig machen, ich verfolge Sie bis ans Ende Ihres Lebens. Ich verlange 200.000 Euro Schmerzensgeld, die müssen Sie mir noch heute überweisen." Zudem habe Mayer den Reporter aufgefordert, die Auslieferung der "Bunte"-Ausgabe zu verhindern. Weiter soll er gedroht haben: "Ich werde den Burda Verlag verklagen und zerstören." Nach Informationen von ntv gibt es für die am Telefon geäußerten Bedrohungen Zeugen.

In seiner Rücktrittserklärung räumte Mayer ein: "In einem aufgrund einer eklatant rechtswidrigen Berichterstattung geführten Gespräch mit einem Journalisten der 'Bunten' habe ich möglicherweise eine Wortwahl verwendet, die ich rückblickend nicht für angemessen betrachten würde. Dies bedaure ich sehr."

In der "Bunte"-Ausgabe Ende April ging es um einen achtjährigen unehelichen Sohn, für dessen Unterhalt Mayer nicht aufkommen soll. Stattdessen zahle Mayers Vater den Unterhalt. Die Mutter des Kindes soll Juristin im Staatsdienst sein. Gegenüber der "Bunten" wollte sich Mayer zu den Vorwürfen nicht äußern. Offiziell gilt der CSU-Politiker als ledig und kinderlos.

"Vernichtungsdrohungen gegen Journalisten durch einen Repräsentanten unseres Parlamentes, also eines Verfassungsorgans, sind ein unerhörter Verstoß gegen die demokratischen Spielregeln und die politische Kultur in unserem Land", sagte Burda-Vorstand Philipp Welte. "Das können und dürfen wir als freie Presse nicht tolerieren." Nach eigenen Angaben hat der Verlag mittlerweile rechtliche Schritte gegen Mayer eingeleitet.

Mayer war erst Ende Februar auf Vorschlag von Parteichef Markus Söder zum Generalsekretär gekürt worden, nachdem sein Vorgänger Markus Blume Wissenschaftsminister geworden war. Söder nannte die Ernennung von Mayer damals eine "Superwahl".

Quelle: ntv.de, jpe

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