Politik

Keine Rolle rückwärts Cameron: Abstimmung wird nicht wiederholt

055059297641cecbeaff57584be78277.jpg

Der Brexit wird kommen: David Cameron lässt keine anderweitigen Hoffnungen aufkommen.

(Foto: REUTERS)

Falls es die Hoffnung tatsächlich gegeben hat - David Cameron hat sie vom Tisch gefegt. Der Brexit wird kommen. Doch der Premier macht auch deutlich, dass sich das Königreich den Zeitplan nicht diktieren lassen werde.

Die Abstimmung über einen Verbleib Großbritanniens in der EU wird nach Angaben der Regierung nicht wiederholt oder ignoriert. "Die Entscheidung muss akzeptiert und auch umgesetzt werden", sagte Premierminister David Cameron bei seinem ersten Auftritt nach dem Brexit-Votum im britischen Unterhaus. Zugleich machte er deutlich, dass sich das Land dem Druck der EU-Spitze nach einem raschen Einreichen des Austrittsantrags nicht beugen werde.

Sein Land habe keine Eile, diesen nach Brüssel zu senden, sagte Cameron. Diese Aufgabe will er seinem Nachfolger überlassen. "Die britische Regierung wird den Austritt nach Artikel 50 des EU-Vertrages derzeit nicht stellen." Das werde er auch am Dienstag beim EU-Gipfel in Brüssel deutlich machen.

Dennoch hat die britische Regierung bereits eine Abteilung aus Mitarbeitern verschiedener Ressorts und Experten, gebildet, um die Austrittsverhandlungen mit der EU vorzubereiten. Sie soll die Ziele für die künftigen Beziehungen zur EU und zum Rest der Welt ausarbeiten, sagte Cameron. Sein Nachfolger, der die Verhandlungen führen soll, solle von Anfang an die besten Ratgeber haben. Die Verhandlungen seien die komplexeste Aufgabe seit Jahrzehnten.

Cameron hatte nach dem Brexit-Votum Ende vergangenen Woche seinen baldigen Rücktritt erklärt. Der Tory-Politiker will die Amtsgeschäfte nur noch ein Vierteljahr führen und dann einem Nachfolger die komplizierten Verhandlungen mit den Europäern überlassen. Dieser soll bis Anfang September feststehen. Cameron hatte sich für einen Verbleib seines Landes im europäischen Haus eingesetzt.

Zugleich erklärte der Regierungschef in seiner Rede die britische Wirtschaft für stark und das Finanzwesen für robust. "Das Finanzwesen ist sehr viel widerstandsfähiger als vor sechs Jahren." Die Banken verfügten zudem über genügend Eigenkapital, um Krisen zu überwinden.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ/rts

Mehr zum Thema