Politik

Ein Kandidat - keine Gegenstimme Castaner führt Macrons Bewegung

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Castaner (r.) führt nun Macrons regierungspartei En Marche.

(Foto: picture alliance / Philippe Woja)

Sie soll eine Gegenentwurf zu den etablierten Parteien sein - intern gibt es jedoch heftige Kritik am wenig basisdemokratischen Vorgehen. Nun hat Frankreichs Bewegung En Marche einen Chef. Er soll die Regierungspartei stabilisieren.

Die Bewegung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat erwartungsgemäß den bisherigen Regierungssprecher Christophe Castaner zum neuen Parteichef gewählt. Ein Parteitag von La République En Marche wählte den 51-Jährigen in Lyon einstimmig bei zwei Enthaltungen, wie die Gruppierung mitteilte. Castaner, der als Vertrauter Macrons gilt, war der einzige Kandidat für den Posten, der offiziell "Generaldelegierter". Er hat jetzt die Aufgabe, die junge Partei nach ihrem Durchmarsch an die Macht zu festigen und weiterzuentwickeln. Er wurde für drei Jahre gewählt.

Überschattet wird der Parteitag von dem Austritt 100 bisheriger Mitstreiter Macrons. Sie werfen der erst gut 18 Monate alten Präsidenten-Bewegung autoritäre Strukturen und den Verrat an basisdemokratischen Werten vor. Bemängelt wurde etwa, dass über die Parteispitze nicht in einer Urwahl aller Mitglieder abgestimmt wird.

Macron hatte die Gruppierung im vergangenen Jahr bewusst als Gegenentwurf zu den Strukturen der traditionellen Parteien positioniert. Sie steht nun vor dem schwierigen Spagat, die Zwänge einer Regierungspartei mit ihrem Selbstverständnis als offene Bewegung zu vereinen. Macron war im Mai zum Präsidenten gewählt worden, im Juni eroberte seine Partei eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung. In den vergangenen Monaten war die Partei von einer Interims-Spitze gelenkt worden.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP/dpa

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