Politik

Wirtschaftsmodell wird erneuert Castro: Der kubanische Sozialismus bleibt

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Beim Kongress der Kommunistischen Partei spricht sich Raúl Castro gegen "Schocktherapien" aus. Hinter ihm prangen die Bilder von Carlos Balino, Julio Antonio Mella und Fidel Castro.

(Foto: AP)

"Niemals", verkündet der kubanische Präsident Raúl Castro, würden "neoliberale Formeln" in seinem Land Anwendung finden. Beim Kongress der Kommunistischen Partei erklärt er, welches Prinzip stattdessen einem Wirtschaftswandel zugrundeliegen soll.

Der kubanische Präsident Raúl Castro hat beim siebten Kongress der Kommunistischen Partei eine "Schocktherapie" zur wirtschaftlichen Sanierung des Landes ausgeschlossen. "Die neoliberalen Formeln, die eine beschleunigte Privatisierung des Staatsvermögens und der sozialen Dienstleistungen in der Bildung, der Gesundheit und Sozialversicherung verheißen, werden im kubanischen Sozialismus niemals Anwendung finden", sagte der 84-jährige Staatschef in Havanna.

"Schocktherapien" würden "häufig zum Nachteil der Ärmsten angewendet", sagte Castro vor den rund tausend Delegierten und 3500 geladenen Gästen. In Kuba könne es nur langsame Reformen geben, damit die gut elf Millionen Einwohner geschützt würden. Das "Prinzip, niemanden schutzlos zu lassen", werde die Geschwindigkeit bei der "Erneuerung des kubanischen Wirtschaftsmodells" vorgeben, fügte der Präsident hinzu. Nicht gefährdet werde der Sozialismus durch die Arbeit in Kooperativen.

Der Partei-Kongress tagt hinter verschlossenen Türen. Castros Rede wurde allerdings im Fernsehen übertragen. Die Beratungen dauern bis zum Dienstag. Vorgesehen ist auch die Neuwahl des Zentralkomitees der KP, das bislang 116 Mitglieder zählte, und das Politbüros mit 14 Mitgliedern. Aus der künftigen Zusammensetzung dürften sich Rückschlüsse über die künftige politische Orientierung ziehen lassen.

Quelle: n-tv.de, ahe/AFP