Politik
Sonntag, 20. September 2009

"Zionistischer Krebs zerfrisst den Islam": Chameneis antisemitische Rede

Nach der jüngsten Holocaust-Leugnung von Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad meldet sich auch der oberste geistliche Führer des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, mit antisemitischen Äußerungen zu Wort.

chamenei.jpgIn einer Rede zum Ende des Fastenmonats Ramadan bewertete Chamenei die Solidaritätsdemonstrationen mit den Palästinensern vom Freitag in Teheran als "deutlichen Aufschrei der Muslime gegen den zerstörerischen zionistischen Krebs". Dieser "Krebs", der die "islamische Nation zerfresse", sei von den "Besatzern und Mächten der Unterdrückung hervorgerufen", sagte Chamenei in einer vom iranischen Staatsfernsehen übertragenen Rede.

Am Freitag hatten in Teheran Hunderttausende Menschen an einer Demonstration zum Jerusalem-Tag (El-Kuds-Tag) teilgenommen, an dem Teile der muslimischen Welt ihre Solidarität mit den Palästinensern bekunden. In Teheran nutzte die Opposition die Demonstration auch zum Protest gegen die eigene Führung. Bei der Abschlusskundgebung hatte Ahmadinedschad in seiner Rede Israel scharf attackiert und den Holocaust erneut als vom Westen in die Welt gesetzten "Mythos" bezeichnet. International wurde die Rede scharf verurteilt.

Zentralrat fordert Sanktionen

Die Islamische RevolutionMideast_Iran__VAH102.jpg4921880332768926288.jpgDie Islamische RevolutionAuch der Zentralrat der Juden in Deutschland verurteilte die Rede Ahmadinedschads und forderte Konsequenzen. "Die Weltgemeinschaft muss sich endlich aufraffen und dem bösartigen Regime in Teheran, das aggressiv und trotzig die gesamte Welt provoziert, systematische Wahlfälschung betreibt und die eigene Bevölkerung grausam terrorisiert, entgegentreten", sagte der Vizepräsident des Zentralrats, Dieter Graumann. Wirksame Sanktionen gegen das Regime von Terror und Hass seien längst überfällig.

Quelle: n-tv.de