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Spitzensteuersatz ab 70.000 Euro DGB fordert höhere Steuern

Der Deutsche Gewerkschaftsbund bietet ein kostenloses Online-Beratungsangebot für Fragen zum Ausbildungsstart an. Foto: Christoph Schmidt

(Foto: dpa)

Im Januar sollen die Sondierungsgespräche der möglichen nächsten Regierungskoalition Fahrt aufnehmen. Anlass für den Deutschen Gewerkschaftsbund, eine unpopuläre Forderung an die möglichen künftigen Koalitionäre von Union und SPD zu richten.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert von der nächsten Bundesregierung, höhere Steuern einzuführen. "Unternehmer und Vermögende müssen sich mehr als bisher an der Finanzierung wichtiger öffentlicher Infrastruktur beteiligen", sagte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Vermögensteuer müsse wieder eingeführt und die Abgeltungssteuer abgeschafft werden. Die Einnahmen aus dem Soli sollten "für Zukunftsinvestitionen" verwendet werden. Eine Abschaffung sei eine Steuersenkung für Gutverdiener. "Das ist unsinnig und ungerecht", sagte Körzell.

Die neue Bundesregierung solle "eine Regierung der sozialen Gerechtigkeit und Investitionsoffensive" werden, verlangte der DGB-Vorstand. "Es reicht nicht, nur untere und mittlere Einkommen zu entlasten. Wer mehr Verteilungsgerechtigkeit will, muss sich an Steuererhöhungen herantrauen", sagte er. Das Argument, dass höhere Steuern Arbeitsplätze in Gefahr brächten, sei vorgeschoben. Unternehmer profitierten genauso von guten Schulen, Straßen und einem guten Breitbandausbau wie alle anderen Bürger.

Aus Sicht des DGB geht nur das Steuerkonzept der SPD in die richtige Richtung. CDU und CSU wollten "denen noch mehr geben, die ohnehin schon genug haben". Anders als von der SPD geplant dürfe der Spitzensteuersatz aber erst bei 70.000 Euro greifen, sagte Körzell. Eine Grenze bei 60.000 Euro, wie die Sozialdemokraten sie vorschlagen, "würde schon Facharbeiter treffen". Eine Senkung von Sozialabgaben für Geringverdiener lehnen die Gewerkschaften ab: "Wir brauchen Sozialsysteme, die gut finanziert sind. Sie müssen fit für die Zukunft sein."

Quelle: n-tv.de, nsc

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