Politik

Harald Christ im "ntv Frühstart" "Da schießt die Politik über das Ziel hinaus"

Vor dem Treffen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer steigt die Spannung. Bleibt das umstrittene Beherbergungsverbot bestehen? Für FDP-Schatzmeister Harald Christ ist die Sache klar: Die Regel sei "falsch", weil sie Verunsicherung stifte.

Der Bundesschatzmeister der FDP, Harald Christ, hat das sogenannte Beherbergungsverbot scharf kritisiert. "Da schießt die Politik über das Ziel hinaus. Ich halte das für falsch", sagte Christ in der Sendung "Frühstart" von ntv. Die Bundesländer hatten in der vergangenen Woche beschlossen, dass Reisende aus Gebieten mit sehr hohen Infektionszahlen nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test haben. Der Beschluss sorgte für massive Verunsicherung bei Bürgern und in der Reisebranche.

Christ ergriff im Gespräch mit ntv Partei für die von der Pandemie erneut hart getroffenen Branchen: "Ich möchte vor allem den ganzen betroffenen Unternehmen in der Gastronomie, in der Hotellerie eine Stimme geben. Wir müssen sehr deutlich machen, dass Verbote, Reiseeinschränkungen nichts bringen, sondern dass sie eher die Menschen verunsichern."

Trotz der sehr hohen Zahl von Neuinfektionen riet der FDP-Politiker von weiteren Einschränkungen und Regeln ab. "Viel wichtiger ist doch, dass Abstandsregeln, Hygieneregeln und gewisse Standards eingehalten werden." Christ weiter: "Man sollte sich vielmehr damit beschäftigen, wie man dort, wo sich nicht an Regeln gehalten wird, das sanktioniert und auch Recht umsetzt. Und vor allem dafür sorgt, dass nicht die bestraft werden, die sich tagtäglich an die Regeln halten."

Quelle: ntv.de, ako