Politik

Russischen Panzern überlegen Das können Leopard 2A6 und Abrams M1

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Kampfpanzer Abrams M1 (Mitte) und Leopard 2 (rechts) bei einer gemeinsamen Übung.

(Foto: IMAGO/NurPhoto)

Die USA und Deutschland könnten moderne Kampfpanzer an die Ukraine liefern: Die Modelle Leopard 2A6 und Abrams M1 zählen zu den leistungsfähigsten weltweit. Hier eine Übersicht darüber, was sie auszeichnet.

Deutschland will Kampfpanzer des Typs Leopard 2A6 an die Ukraine liefern - die USA wollen offenbar mit dem Modell Abrams M1 mitziehen. Westliche Kampfpanzer sollen die Fähigkeit der Ukraine zur Offensive erhöhen, also zur Rückeroberung besetzter Gebiete. Diese Panzer sind vor allem in den moderneren Versionen dem im Einsatz befindlichen russischen Gerät überlegen und können den Gegner im "Duell" vielfach zerstören.

Sowohl Leopard 2 als auch Abrams M1 werden von Experten als relativ gleichwertig angesehen. Beide sind auch aus einem gemeinsamen Projekt hervorgegangen, dem Kampfpanzer 70, der im Kalten Krieg Mitte der 1960er-Jahre von den USA und Deutschland entwickelt wurde. Hier eine Übersicht über die beiden Kampfpanzer:

Leopard 2A6

Der Leopard gilt Fachleuten in seiner jeweiligen Generation als bester Kampfpanzer weltweit. Die Bundeswehr bezeichnet ihn als ein "Raubtier auf Ketten" und nutzt den Kampfpanzer in verschiedenen Varianten seit 1979. Eine davon trägt die Bezeichnung Leopard 2A6, der nun an die Ukraine geliefert werden soll. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung, die ab dem Jahr 2001 ausgeliefert wurde. Der Panzer ist mit einer 120-Millimeter-Glattrohrkanone ausgestattet

Der Leopard 2A6 erreicht mit 1500 PS starken Diesel-Motoren eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 70 Kilometer pro Stunde. Seine Reichweite liegt bei 450 Kilometern. Über die Jahre erhielten die vom Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann entwickelten Kettenfahrzeuge zudem eine immer stärkere Panzerung.

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Nach Angaben im Jahresbericht "Military Balance 2022" des Internationalen Instituts für strategische Studien hat Deutschland mehr als 300 Leopard-2-Panzer: 225 Stück der Serien A5/A6 und 59 der Serien A7/A7V. Eingelagert sind 55 Leopard 2 A4.

Die aktuelle Version ist der Leopard A7V, der eine ähnliche Bewaffnung wie der Leopard 2A6 besitzt, aber noch stärker gepanzert ist. Er ist mit etwa 64 Tonnen auch rund vier Tonnen schwerer. In der neuesten Variante lassen sich von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Vom Leopard 2 A7V soll die deutsche Armee in den kommenden drei Jahren insgesamt 104 Exemplare erhalten. Ältere Panzer werden ausgemustert oder an andere Länder abgegeben. Darunter fallen Modelle des Typs A4 oder auch die Leopard-1-Vorgängergeneration.


Abrams M1

Die Daten des nach dem US-General Creighton Abrams benannte Panzers lesen sich fast wie eine Kopie vom Leopard 2. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden mit einer stahlummantelten Panzerung mit abgereichertem Uran vor Angriffen geschützt. Mit ebenso 1500 PS unter der Haube kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 km/h.

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Den M1 Abrams gibt es ab 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Nach dem M1 folgte der M1A1 und schließlich der M1A2. Nach "Military Balance"-Angaben sind die USA im Besitz von mehr als 6000 Stück. Im Einzelnen: 650 vom Typ M1A1 und knapp 2000 M1A2 in verschiedenen Ausführungen, dazu kommen weitere 3450 eingelagerte Einheiten beider Modelle.

Der Unterschied zwischen Leopard und Abrams steckt im Detail: Während der deutsche Panzer nach Herstellerangaben auf 100 Kilometer bis zu 530 Liter Diesel verbraucht, wird der M1 Abrams von einer Gasturbine angetrieben. Dem Pentagon zufolge werden drei Gallonen Kerosin pro Meile verbraucht - also 700 Liter auf 100 Kilometer.

Im Verlauf der Jahrzehnte haben die USA den Abrams an Australien, Ägypten, den Irak, Marokko, Kuwait und Saudi-Arabien verkauft. Im vergangenen Jahr bestellte Polen dann 250 Abrams-Panzer, und erst vor wenigen Wochen besiegelte die Regierung in Warschau eine weitere Bestellung von 116 der Panzer älterer Bauart, die schneller geliefert werden können.

Quelle: ntv.de, kst/dpa/AFP

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