Politik
Diether Dehm
Diether Dehm(Foto: imago/Metodi Popow)
Sonntag, 11. September 2016

"Ich bin mit mir im Reinen": Dehm schmuggelt Flüchtling im Kofferraum

Noch immer überqueren täglich Flüchtlinge die deutsche Grenze. Die meisten werden dabei registriert. Nicht so ein junger Afrikaner. Ein Bundestagsabgeordneter hilft ihm bei der Einreise.

Dieses Bild postete Dehm auf seiner Facebook-Seite.
Dieses Bild postete Dehm auf seiner Facebook-Seite.(Foto: Facebook)

Der Linken-Bundestagsabgeordnete Diether Dehm hat einen afrikanischen Flüchtling über die deutsche Grenze geschmuggelt. Das berichtet die "Bild am Sonntag". Auf Facebook postete Dehm ein Foto, das den Mann im Kofferraum zeigt.

Wie die Zeitung berichtet, soll Dehm von einer Flüchtlingshelferin um Unterstützung gebeten worden sein. Der Linke, der seit 2005 im Bundestag sitzt, soll den Afrikaner daraufhin in seinem Auto von Italien über die Schweizer Grenze nach Deutschland gebracht und dort Flüchtlingshelfern übergeben haben. Der Vater des Flüchtlings hält sich ebenfalls in Deutschland auf.

Dehm bestätigte dies. Auf Anfrage der "Bild am Sonntag" sagte er: "Ja, ich habe einen jungen Halbwaisen aus Afrika von Italien aus über die Grenze nach Deutschland zu seinem Vater gebracht." Der Afrikaner sei an der Grenze nicht registriert worden. Auf die Frage, ob er illegal gehandelt habe, antwortete der Politiker: "Ich bin mit mir im Reinen." Wer Beihilfe zur illegalen Einreise leistet, muss mit einer Geldstrafe rechnen.

Der 66-jährige Dehm geriet in der Vergangenheit wiederholt in die Schlagzeilen. Im Februar 2016 wurde bekannt, dass er den früheren RAF-Terroristen Christian Klar als Mitarbeiter beschäftigte. Vor der Bundespräsidentenwahl, bei der Christian Wulff und Joachim Gauck 2010 gegeneinander antraten, sagte er: "Was würden Sie denn machen, Sie hätten die Wahl zwischen Stalin und Hitler? Was würden Sie denn machen, wenn Sie die Wahl zwischen Pest und Cholera haben?" Ein brisantes Verhältnis verbindet Dehm mit dem früheren DDR-Liedermacher Wolf Biermann. Der beschuldigte seinen ehemaligen Manager 1996, ihn für die Stasi bespitzelt zu haben.

Quelle: n-tv.de