Politik

Gegenwind auch von Republikanern Demokraten finden Trumps Verhalten peinlich

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Die demokratischen Fraktionschefs Nancy Pelosi und Chuck Schumer distanzieren sich klar von Trump.

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Die Verbalangriffe von US-Präsident Trump auf Deutschland sorgen nicht nur diesseits des Atlantiks für Verstimmung. Auch in den USA regt sich Widerstand: Demokraten sprechen von "unverschämten Beleidigungen", Republikaner betonen die Nähe zur Nato.

Die Opposition in den USA hat die wütenden Attacken von US-Präsident Donald Trump gegen Deutschland beim Nato-Gipfel als peinlich und politisch falsch kritisiert. Die demokratischen Fraktionschefs im Senat und im Repräsentantenhaus, Chuck Schumer und Nancy Pelosi, distanzierten sich in einer gemeinsamen Erklärung: Trumps "unverschämte Beleidigungen sowie die Verunglimpfung eines der standhaftesten Verbündeten von Amerika" seien eine "Peinlichkeit", erklärten sie.

Das Verhalten des Präsidenten sei ein weiteres "tief verstörendes Signal" dafür, dass er gegenüber dem russischen Staatschef Wladimir Putin loyaler sei als gegenüber den Nato-Partnern, merkten die beiden Oppositionschefs zudem an.

Trumps rüder Umgang mit den Nato-Partnern rief auch in seiner eigenen Partei Kritik hervor. Der republikanische Senator Jeff Flake sah sich nach Trumps Tiraden zu einer Freundschaftsbeteuerung an die Nato-Partner veranlasst: "Ich hoffe, sie wissen, wie sehr wir ihr Engagement und ihre Freundschaft schätzen", schrieb Flake auf Twitter. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 seien die Nato-Partner "uns zur Hilfe geeilt, und sie sind seitdem standhaft geblieben".

Nato-Schwächung "nicht im Interesse der USA"

Der republikanische Senator Bob Corker erklärte: "Eine Schwächung des Bündnisses ist nicht im Interesse der USA." Dies gelte umso mehr, als das "Aggressions-Niveau Russlands so hoch ist wie nie zuvor seit dem Kalten Krieg". Flake und Corker zählen zu den schärfsten innerparteilichen Kritikern des Präsidenten. Bei den Senatswahlen im Herbst treten sie nicht mehr an.

Trump hatte Deutschland beim Nato-Gipfel am Mittwoch vorgeworfen, wegen der Abhängigkeit von russischen Öl- und Gaslieferungen ein "Gefangener Russlands" zu sein. Am Donnerstag legte er mit der Kritik nach: Frühere US-Präsidenten hätten "jahrelang vergeblich versucht, Deutschland und andere reiche Nato-Länder dazu zu bewegen, mehr für ihren Schutz vor Russland auszugeben", twitterte der Präsident. Im Anschluss drohte er mit einem Alleingang der USA bei Verteidigungsfragen, sollten die Nato-Partner nicht umgehend zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung ausgeben.

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP

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