Politik

Ausgangssperren nach Krawallen Demonstranten stürmen Ecuadors Parlament

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Regierungsgegner protestieren im Parlament in Ecuadors Hauptstadt Quito.

(Foto: REUTERS)

Ein Abkommen zwischen Ecuadors Regierung und dem Internationalen Währungsfonds treibt viele Bürger des Landes auf die Straße. In der Hauptstadt liefern sich Demonstranten und Sicherheitskräfte heftige Auseinandersetzungen. Der geflohene Präsident Moreno greift zu Notstandsmaßnahmen.

Die Krise in Ecuador spitzt sich weiter zu. Präsident Moreno hat angesichts der heftigen Proteste in Quito eine nächtliche Ausgangssperre in der Nähe von wichtigen öffentlichen Gebäuden verhängt. Sie gilt zwischen 20.00 Uhr und 5.00 Uhr unter anderem vor den Sitzen von Staatsorganen, heißt es in einem Dekret. Zuvor hatte es vor dem Parlament in der Hauptstadt Quito gewaltsame Zusammenstöße zwischen Regierungsgegnern und der Polizei gegeben.

Demonstranten gelang es am Dienstag, kurzzeitig in das Parlamentsgebäude einzudringen. Die seit Tagen anhaltenden Massenproteste in dem lateinamerikanischen Land richten sich gegen die gestiegenen Treibstoffpreise und die Erdölförderung. Bei den Protesten gab es nach offiziellen Angaben einen Toten, mehr als 70 Verletzte und rund 570 Festnahmen. Der Kongress hatte wegen der Unruhe im Land seine Tagungen ausgesetzt. Präsident Moreno hatte seinen Regierungssitz unterdessen nach Guayaquil verlegt, um der Protestbewegung auszuweichen.

Angesichts der sozialen Unruhen hatte Staatschef Moreno vergangene Woche bereits für 60 Tage den Ausnahmezustand verhängt. Die Protestanten geben ihm die Schuld für die gestiegenen Treibstoffpreise, weil er im März ein Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds abgeschlossen hatte. Ecuador konnte sich somit IWF-Kredite in Höhe von 4,2 Milliarden Dollar (rund 3,8 Milliarden Euro) sichern. Im Gegenzug musste Morenos Regierung die staatlichen Subventionen für Kraftstoff senken. Diese Subventionen liegen im Jahr bei rund 1,3 Milliarden Dollar.

Quelle: n-tv.de, dgu/dpa

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