Politik

Hintergrund Der Mord an Heinz Herbert Karry

Am frühen Morgen des 11. Mai 1981 wurde der damalige hessische Wirtschaftsminister und FDP-Bundesschatzmeister Heinz Herbert Karry im Schlafzimmer seines Hauses in Frankfurt-Seckbach erschossen. Der Täter war auf einer Aluminiumleiter zu dem vergitterten Schlafzimmerfenster geklettert und hatte sechs Schüsse auf den im Bett liegenden Minister abgegeben.Vier Kugeln trafen den 61-Jährigen. Er verblutete in den Armen des Notarztes. Karrys 56-jährige Frau blieb unverletzt.

Bis heute ist der Mord nicht aufgeklärt. Im Auftrag des Generalbundesanwaltes verfolgte das hessische Landeskriminalamt mehr als 1300 Spuren. Für die Ergreifung der Täter wurden 100.000 Mark Belohnung ausgesetzt. In einem Bekennerschreiben hatten "Revolutionäre Zellen" kurz nach dem Attentat erklärt, Karrys Tod sei nicht beabsichtigt gewesen. Er habe lediglich bestraft werden sollen für den von ihm befürworteten Ausbau der Startbahn West am Frankfurter Flughafen und die Erweiterung des Kernkraftwerkes Biblis. Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" von 1997 wird die Behauptung vom nicht beabsichtigten Tod des Ministers durch Erkenntnisse der DDR-Staatssicherheit gestützt.

Die sichergestellte Tatwaffe, eine Pistole der Marke "High Standard", war 1970 zusammen mit anderen Waffen aus einer US-Kaserne in Butzbach (Wetteraukreis) gestohlen worden.

Quelle: n-tv.de