Politik

Experte über AKK "Die Truppe wird ihr nicht viel Zeit geben"

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Annegret Kramp-Karrenbauer bei ihrem ersten Auftritt im Bendlerblock.

(Foto: imago images / photothek)

Als Verteidigungsministerin muss Annegret Kramp-Karrenbauer "eine steile Lernkurve hinlegen", sagt der Verteidigungsexperte Thomas Wiegold. "Sie muss Baustellen, die sie geerbt hat, schnell angehen."

n-tv: Herr Wiegold, was ist von der neuen Bundesverteidigungsministerin zu erwarten?

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Thomas Wiegold ist Experte für Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Er betreibt den Blog AugenGeradeaus.net.

(Foto: n-tv)

Thomas Wiegold: Nun, sie muss erst mal eine steile Lernkurve hinlegen. Der Bereich Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist für sie etwas Neues, und da wird man sehen müssen, wie schnell sie sich einarbeitet. Sie wird auch bald Entscheidungen treffen müssen - und daran wird sie gemessen werden.

Wie kommt sie bei der Truppe an?

Das ist noch zu früh zu sagen. Die Truppe wird sich sicherlich auch angucken: Was macht die Ministerin, welche Entscheidungen trifft sie, wie wirkt sich das auf uns aus?

Jetzt ist Annegret Kramp-Karrenbauer nicht nur Bundesverteidigungsministerin, sondern sie hat die große Aufgabe, auch die CDU zu reformieren. Kann man das Verteidigungsministerium nebenbei leiten?

Man kann es nicht nebenbei leiten, es ist ein Vollzeitjob. Wie sie das unter einen Hut kriegt, wird man sehen. Auf der anderen Seite hat sie natürlich in der Parteienlandschaft dann ein anderes Gewicht. Und da wird man gucken, ob sie den Koalitionspartner SPD bei Entscheidungen, die auch die Zustimmung der SPD brauchen, besser mit einbinden kann.

Was sind die größten Aufgaben, die sie jetzt direkt angehen muss?

Sie muss Baustellen, die sie geerbt hat, schnell angehen. Da geht es um die Beschaffung, da geht es um Großprojekte - wie ein neues Kriegsschiff für die Marine, einen neuen schweren Transporthubschrauber, ein neues Luftverteidigungssystem. Da wird sie sich einarbeiten und entscheiden müssen. Es wird aber auch darum gehen, die ganze Struktur bei der Bundeswehr, was Beschaffung, was Instandsetzung, was Wartung, was Ersatzteile angeht, das schnell glattzuziehen. Das hat ihre Vorgängerin zwar angegangen, hat aber das letztendlich nicht in den Griff bekommen.

Bekommt Annegret Kramp-Karrenbauer von der Truppe ein bisschen Vorschuss an Zeit, um sich einzuarbeiten? Oder wird die Grundstimmung eher negativ, weil die Erwartungen gar nicht so hoch geschraubt werden?

Nun, ich glaube, die Truppe wird ihr nicht viel Zeit geben. Da ist schon die Erwartung: Es muss was passieren, und es muss schnell passieren.

Mit Thomas Wiegold sprach Christopher Wittich

Quelle: n-tv.de

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