Politik

Zweifel an den Angaben Dolmetscherin verdächtigte Franco A.

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Die Frau traute sich nicht, ihren Verdacht zu äußern.

picture alliance / Daniel Karman

Wie konnte es Franco A. gelingen, als syrischer Flüchtling anerkannt zu werden, ohne dass jemand stutzig wurde? Diese Frage ist noch immer nicht beantwortet. Aber offenbar löste A. durchaus Zweifel aus.

Im Fall des terrorverdächtigten Bundeswehroffiziers Franco A. sollen nach einem Medienbericht bei seiner Registrierung als vermeintlicher Flüchtling durchaus Unstimmigkeiten aufgefallen sein. Der anwesenden Dolmetscherin seien Zweifel gekommen, berichtet der "Spiegel". Die Frau marokkanischer Herkunft habe allerdings nicht gewagt, diese zu äußern.

A. habe angegeben, aus einer christlich-jüdischen Familie zu stammen - und sie habe "nichts gegen einen Israeli" sagen wollen, habe die Frau später erklärt. Das Nachrichtenmagazin beruft sich auf Schilderungen einer Vertreterin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge im Rechtsausschuss des Bundestags.

Der Ausschuss erfuhr demnach noch weitere Umstände der Anhörung von Franco A.: Dem Bericht zufolge wurde der Bundeswehrangehörige, der den angeblichen Flüchtling für das Bamf angehört hatte, nur drei Wochen lang für die Aufgabe geschult. Dem Militärischen Abschirmdienst (MAD) war zudem die Masterarbeit von Franco A. nicht bekannt. Das hätte, so ein MAD-Mitarbeiter, zu einer sofortigen Einstufung von A. als Extremist geführt und eine nachrichtendienstliche Überprüfung des Soldaten ausgelöst.

Franco A. war 2016 als syrischer Flüchtling anerkannt worden, obwohl er nicht einmal Arabisch spricht. Er hatte angegeben, er spreche Französisch. Die Ermittler des Generalbundesanwalts glauben, Franco A. habe als Flüchtling getarnt Anschläge auf Politiker begehen wollen. Die Bamf-Vertreterin nannte laut "Spiegel" seine Registrierung als Flüchtling "ein Zusammentreffen mehrerer eklatanter Fehler, mangelnder Routine und extremer Belastung aller Mitarbeiter".

Quelle: n-tv.de

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