Politik

Der Mann an Kamala Harris' Seite Doug Emhoff wird erster "zweiter Gentleman"

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Kamala Harris und ihr Ehemann Douglas Emhoff am 2. November, also noch vor der Wahl.

(Foto: AP)

Die Ehefrauen der US-Präsidenten, die First Ladys, stehen immer im Zentrum der Aufmerksamkeit. Bei den Partnern der Vizepräsidenten war das bisher eher nicht der Fall. Das könnte sich mit Doug Emhoff in dieser Rolle nun ändern.

Mit Kamala Harris als erster Vizepräsidentin bekommen die USA erstmals einen Mann als Vizepräsidenten-Ehepartner. Allein diese Tatsache bescherte Douglas - kurz Doug - Emhoff in den vergangenen Monaten bereits reichlich Aufmerksamkeit. Der 56-Jährige selbst nutzte das dazu, Harris via Instagram und Twitter mit Familienfotos und aufmunternden Botschaften den Rücken zu stärken. Nachdem Harris, ebenfalls 56 Jahre alt, von dem Wahlsieg erfuhr, twitterte Emhoff ein Foto ihrer Umarmung mit den Worten: "So stolz auf dich."

Für Aufsehen sorgte Emhoff auch, als er im vergangenen Jahr als Beschützer auf die Bühne sprang, nachdem ein Tierschutzaktivist Harris bei einem Auftritt das Mikrofon entrissen hatte. Harris und Emhoff lernten sich 2013 kennen. Sie war alleinstehend und Justizministerin von Kalifornien, er geschiedener Vater von zwei Kindern und Anwalt in Los Angeles.

Erstes Treffen von Freundin eingefädelt

Die Verabredung wurde von einer Freundin von Harris eingefädelt. "Sie ist heiß", war seine Reaktion auf den Vorschlag, wie er sich in einem Interview erinnerte. Nach dem ersten Abendessen schickte er Harris eine Liste seiner freien Termine in den nächsten Wochen. "Ich bin zu alt, um Spiele zu spielen. Ich mag dich wirklich", schrieb er dazu. Sie heirateten rund ein Jahr später im engen Kreis im Gerichtsgebäude von Santa Barbara.

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Emhoff wurde in New York geboren und wuchs im benachbarten New Jersey auf. Sein Vater entwarf Frauenschuhe. Im Teenager-Alter zog er nach Los Angeles - und blieb dort. Nach einem Studium an der University of Southern California arbeitete er sich als Anwalt unter anderem in die Entertainment-Industrie vor. In einem seiner Fälle ging es um die Rechte an einem animierten Chihuahua.

Als der Wahlkampf von Harris in Schwung kam, ließ Emhoff den Job bei der Anwaltskanzlei DLA Piper ruhen, um Interessenkonflikte zu vermeiden - auch wenn er schon vorher darauf achten musste, dass seine Fälle sich nicht mit den Aktivitäten seiner Frau als Ministerin und gleichzeitig Generalstaatsanwältin des Bundesstaates überschnitten. Es ist unklar, ob er als Vizepräsidentinnen-Gatte als Anwalt praktizieren können wird.

Quelle: ntv.de, abe/dpa