Politik

Militär schießt auf Aktivisten Drei Demonstranten in Pakistan getötet

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Das pakistanische Militär greift bei den Demonstrationen ein, diesmal mit tödlichen Konsequenzen für drei Menschen.

(Foto: imago/ZUMA Press)

In Pakistan lehnt sich eine Minderheit gegen die Regierung auf. Immer mehr Menschen schließen sich den Demonstrationen der Paschtunen an. Das Militär greift zu den Waffen - mit tödlichen Folgen.

Tausende Menschen haben in mehreren Städten Pakistans gegen das mächtige Militär demonstriert. Dabei sind drei Demonstranten getötet worden. Mitglieder und Anhänger einer Aktivistengruppe, die sich für die Rechte der Paschtunen im Land einsetzt, skandierten Parolen gegen die Armee und forderten die Freilassung ihrer Führer, wie auf live übertragenen Videos der Proteste in sozialen Medien zu sehen war. Das Pashtun Tahafuz Movement (PTM/Bewegung für den Schutz der Paschtunen) hatte nach den tödlichen Zusammenstößen mit dem Militär in der Region Nord-Waziristan zu den Protesten aufgerufen.

Laut Militär hatte eine Gruppe einen Kontrollposten angegriffen, um einen verhafteten Terrorunterstützer freizupressen. Drei Angreifer seien umgekommen, fünf Soldaten verwundet worden. Laut PTM-Aktivisten eröffnete das Militär das Feuer auf Demonstranten, die gegen das Verschwinden eines Mannes protestierten. Ein Protestführer, der auch Parlamentarier ist, sowie acht weitere Aktivisten wurden festgenommen. Lokale Behörden verhängten in Nord- und Süd-Waziristan eine Ausgangssperre. Die menschenrechtsorganisation Amnesty International bezeichnete die Tötung der Menschen als "schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht".

Die Paschtunen leben vorwiegend im Nordwesten an der afghanischen Grenze und fühlen sich von der Regierung und den Sicherheitskräften drangsaliert. Etwa 15 Prozent der pakistanischen Bevölkerung sind Paschtunen. Die PTM wirft dem Militär vor, bei Einsätzen gegen Islamisten willkürlich zu töten oder Menschen verschwinden zu lassen. Die meisten Taliban und ihre Anführer sind Paschtunen.

Das Militär bestreitet die Vorwürfe vehement. Es sieht die PTM als von Feinden Pakistans unterstützt und wirft den Nachbarstaaten Afghanistan und Indien vor, sie zu fördern. Ende April hatte das Militär die PTM-Führer gewarnt, dass "ihre Zeit abgelaufen" sei. Amnesty International forderte die pakistanische Regierung auf, die Vorfälle in Nord-Waziristan umgehend zu untersuchen.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa/AFP

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