Politik

Angriff durch stillgelegte GasleitungDrohnen attackieren russische Infanterie nach Pipeline-Vorstoß

20.04.2026, 19:46 Uhr
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Die russischen Soldaten wurden offenbar nach dem Verlassen der Pipeline von Kamikazedrohnen attackiert. (Foto: Screenshot 71. Luftlandebrigade)

In der Vergangenheit nutzten Moskaus Truppen immer wieder stillgelegte Pipelines, um ukrainische Verteidigungsstellungen zu umgehen. Doch nicht immer geht diese Taktik auf. Eine ukrainische Brigade zeigt nun ein Drohnenvideo eines fehlgeschlagenen russischen Angriffs in der Region Sumy.

Das ukrainische Militär hat laut eigenen Angaben einen russischen Vorstoß durch eine stillgelegte Gaspipeline in der Grenzregion Sumy abgewehrt. Wie die 71. Luftlandebrigade auf Telegram mitteilte, konnte der Angriff, der auch den Einsatz von Quads und Motorrädern umfasste, rechtzeitig entdeckt und gestoppt werden. Demnach belaufen sich die russischen Verluste auf 35 Tote und 17 Verwundete sowie drei zerstörte Motorräder und vier zerstörte Quads. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Über mögliche ukrainische Verluste ist nichts bekannt.

Ein Video, das die Brigade in sozialen Netzwerken veröffentlichte, zeigt rund ein Dutzend russische Soldaten auf einem offenen Feld, die von Kamikazedrohnen attackiert werden. Von wann das Video ist, bleibt unklar. Laut dem Verifizierungsteam von RTL/ntv entstanden die Aufnahmen nahe des Dorfes Jabluniwka, das etwa acht Kilometer südlich der russisch-ukrainischen Grenze liegt. Bei der erwähnten Pipeline handelt es sich um die Leitung Urengoi-Pomary-Uschhorod, die früher Erdgas von Westsibirien über die ukrainische Stadt Uschhorod in die Slowakei transportierte. Bereits im Februar hatte die 71. Luftlandebrigade über einen ähnlichen gescheiterten Angriff berichtet.

Den ukrainischen Streitkräften zufolge haben russische Truppen in den vergangenen Monaten eine Reihe von Siedlungen entlang der Grenze in der Region Sumy besetzt. Die Gefahr einer Einkesselung der gleichnamigen Regionalhauptstadt bestehe jedoch nicht, teilte das Militär heute mit. Diese Einschätzung schloss sich auch der ukrainische Militärblog DeepState an. Demnach deuten die russischen Vorstöße auf die Bildung einer Pufferzone entlang der Grenze hin.

Russland hat in der Ukraine bereits mehrfach abgeschaltete Pipelines genutzt, um Verteidigungslinien zu umgehen oder strategische Punkte zu infiltrieren. In der Schlacht um Awdijiwka im Februar 2024 spielte diese Taktik eine wichtige Rolle beim Zusammenbruch der Verteidigung. Auch bei Kämpfen um Kubjansk im vergangenen Jahr nutzten russische Soldaten Gasleitungen für Vorstöße.

Quelle: ntv.de, jpe

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