Politik
Kongolesische Regierungssoldaten (Archivbild).
Kongolesische Regierungssoldaten (Archivbild).(Foto: AP)
Montag, 15. August 2016

Blutbad im Kongo: Dschihadisten massakrieren Zivilisten

Dutzende Menschen sind tot - ein Massaker an der Zivilbevölkerung erschüttert die Demokratische Republik Kongo. Die Regierung macht eine Rebellengruppe verantwortlich, die im Namen Gottes kämpft. Die Bewohner einer nahen Stadt reagieren aufgebracht.

Bei einem Massaker in der Demokratischen Republik Kongo sollen mehr als 50 Zivilisten getötet worden sein. "Unsere Leute vor Ort haben 51 mit Macheten niedergemetzelte Leichen gefunden", sagte der Aktivist Teddy Kataliko. Er sprach im Namen eines Bündnisses aus Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften, die in der Stadt Beni arbeiten, in deren Nähe die Täter das Blutbad am Samstagabend anrichteten.

Die Regierung machte Dschihadisten für die Tat verantwortlich. Sie wertete den Überfall als Racheaktion der islamistisch inspirierten Rebellengruppe "Alliierte Demokratische Kräfte" (ADF) aus dem Nachbarland Uganda. Beni liegt in der Unruheprovinz Nord-Kivu, die seit Jahren von Gewalt erschüttert wird. Drei Tage Staatstrauer wurden ausgerufen. Staatschef Joseph Kabila kündigte an, Beni zu besuchen.

Regierungssprecher Lambert Mende sagte, der Angriff müsse die Welt "auf die dschihadistische Bedrohung" in der Demokratischen Republik Kongo aufmerksam machen. Durch die "Gleichgültigkeit der internationalen Gemeinschaft" stehe die Armee seines Landes im Kampf gegen die ADF alleine da.

Armeesprecher Mark Hazukay sprach von einem "Massaker an der Zivilbevölkerung", mit dem sich die ADF für vorangegangene Einsätze der Armee habe rächen wollen. Die Angreifer hätten sich an Posten der Armee vorbeigeschlichen und in einem Ort am Rande von Beni zugeschlagen.

Bewohner Benis empört

Die ADF stammt ursprünglich aus Uganda, in ihren Reihen gibt es auch islamistische Kämpfer. Sie soll für eine Serie von Gewalttaten in der Region verantwortlich sein, bei denen seit Oktober 2014 mehr als 600 Zivilisten getötet wurden. Aber auch den Regierungstruppen und anderen bewaffneten Gruppen werden Übergriffe auf die Zivilbevölkerung vorgeworfen.

Die UN-Kongo-Mission Monusco verurteilte den Überfall vom Samstagabend als "barbarischen Akt gegen die Zivilbevölkerung". Sie bekräftigte ihre Unterstützung für die kongolesischen Sicherheitskräfte "für den Schutz der Zivilbevölkerung in Beni".

Die Bewohner der Stadt hatten am Sonntag aufgebracht auf das Massaker reagiert: Dutzende Demonstranten warfen den Behörden auf einer Kundgebung vor, sie schutzlos den Rebellen auszuliefern. "Es gibt hier einen eklatanten Mangel an Sicherheit", sagte Menschenrechtsaktivist Gilbert Kambale. Er verwies darauf, dass Präsident Kabila die Stadt erst drei Tage vor dem Überfall besucht habe. "Es ist beunruhigend: Erst kommt der Präsident der Republik, und dann werden wir massakriert."

Quelle: n-tv.de

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