Politik

"Operation Catch of the Day"Dutzende ICE-Einsatzkräfte sind nun auch in Maine unterwegs

22.01.2026, 07:44 Uhr
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Das Vorgehen der ICE-Beamten, hier in Minneapolis vor rund einer Woche, ist höchst umstritten. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Der Name ist vielsagend. Mit der Operation "Fang des Tages" soll die US-Behörde ICE in Maine Jagd auf Einwanderer machen. Von "Terror- und Einschüchterungstaktiken" spricht der Bürgermeister der Stadt Lewiston in Maine, die Gouverneurin stellt klar: Die Einsatzkräfte sind nicht willkommen.

In den USA soll die umstrittene Grenzschutz- und Einwanderungsbehörde ICE nun im Bundesstaat Maine eingesetzt werden. Das Heimatschutzministerium teilte mit, die "Operation Catch of the Day" (dt. "Fang des Tages") habe am Dienstag begonnen und richte sich gegen Straftäter. Insidern zufolge sind in dieser Woche mehr als 100 ICE-Mitarbeiter in den im Nordosten gelegenen Bundesstaat entsandt worden. Ein Ex-Mitarbeiter sagte, der Schwerpunkt liege auf Flüchtlingen. Maine beheimatet mehrere Flüchtlingsgemeinschaften, darunter viele Somalier, die Präsident Donald Trump in der Vergangenheit scharf kritisiert hatte.

Zuletzt hatte der ICE-Einsatz im Bundesstaat Minnesota Kritik und Empörung ausgelöst. Trump hatte in den vergangenen Wochen Tausende ICE-Mitarbeiter in den Großraum Minneapolis entsandt. Das Auftreten der bewaffneten und oft maskierten Einsatzkräfte in militärischer Tarnkleidung hat zu lautstarken Protesten der Bevölkerung geführt. Die Lage hatte sich vor knapp zwei Wochen zugespitzt, als die US-Bürgerin und dreifache Mutter Renee Good in ihrem Auto von einem ICE-Mitarbeiter erschossen wurde.

Carl Sheline, Bürgermeister der Stadt Lewiston, warf der ICE "Terror- und Einschüchterungstaktiken" vor. Lewiston hat einen hohen Anteil somalischer Einwohner. Die demokratische Gouverneurin Janet Mills erklärte bereits vergangene Woche, das aggressive Vorgehen der Trump-Regierung sei nicht willkommen. Mills, die ihre zweite Amtszeit als Gouverneurin von Maine absolviert, kandidiert für einen Sitz im US-Senat, der derzeit von der Republikanerin Susan Collins gehalten wird. Trumps Einwanderungspolitik dürfte bei den Zwischenwahlen im November, die über die Kontrolle des Kongresses entscheiden, ein wichtiges Thema in Maine und anderen Bundesstaaten sein.

Viele der Festgenommenen ohne Vorstrafen

Die Regierung von Präsident Donald Trump hat seit Mitte 2025 verstärkt Einwanderungsbeamte in demokratisch geführte Städte und Bundesstaaten entsandt. Zuletzt waren rund 3000 Bundesbeamte in den Großraum Minneapolis im Bundesstaat Minnesota geschickt worden. Trump bezeichnete die Operationen als notwendig, um die Kriminalität zu bekämpfen. Viele der festgenommenen mutmaßlichen Einwanderungssünder haben jedoch keine Vorstrafen. Trump hatte somalische Einwanderer in der Vergangenheit als Müll bezeichnet und gesagt, sie sollten die USA verlassen, nachdem einige somalische Amerikaner in einen Betrugsfall in Minnesota verwickelt waren.

Das Auftreten der bewaffneten und oft maskierten Einsatzkräfte in militärischer Tarnkleidung hatte in Minnesota zu lautstarken Protesten der Bevölkerung geführt. Umfragen von Reuters/Ipsos zufolge ist die öffentliche Unterstützung für Trumps Vorgehen in der Einwanderungspolitik in den vergangenen Monaten gesunken, da Bundesbeamte durch Wohnviertel zogen, Tränengas einsetzten und mit Demonstranten zusammenstießen.

Eine Sprecherin des Heimatschutzministeriums, Tricia McLaughlin, wies die Kritik zurück. Sie bezeichnete Mills als eine der Zufluchtspolitikerinnen des Bundesstaates, die die Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden blockiere. "Wir lassen nicht länger zu, dass kriminelle illegale Ausländer amerikanische Bürger terrorisieren", teilte die Sprecherin mit.

Quelle: ntv.de, ghö/rts

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