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Das für sie leidige E-Mail-Thema lässt Clinton nicht los.
Das für sie leidige E-Mail-Thema lässt Clinton nicht los.(Foto: imago/ZUMA Press)
Donnerstag, 26. Mai 2016

Rüge in Untersuchungsbericht: E-Mails holen Hillary Clinton wieder ein

Die E-Mail-Affäre bringt Hillary Clinton wieder in Bedrängis. In einem neuen Bericht wird sie dafür gerügt, ihre elektronische Post von einem privaten Server verschickt zu haben. Doch es zeigt sich auch, dass sie nicht die Einzige war, die so handelte.

Hillary Clinton hat mit der Nutzung eines privaten E-Mail-Servers in ihrer Zeit als US-Außenministerin gegen interne Vorschriften des Ministeriums verstoßen. Zu diesem Schluss kommt ein Untersuchungsbericht der Behörde, der vorab veröffentlicht wurde.

Clinton habe sich im Ministerium keine Erlaubnis dafür eingeholt, ihre Kommunikation über den privaten Server abzuwickeln, heißt es darin. Hätte sie es getan, wäre ihr das wahrscheinlich nicht erlaubt worden.

Trump dürfte mit dem Thema noch länger Wahlkampf gegen Clinton machen.
Trump dürfte mit dem Thema noch länger Wahlkampf gegen Clinton machen.(Foto: dpa)

Clintons Nutzung eines privaten Servers für Amtsgeschäfte soll ein Sicherheitsrisiko dargestellt haben. Sie hatte als Außenministerin von 2009 bis 2013 ein privates E-Mailkonto verwendet. Insgesamt verschickte sie so 30.000 E-Mails, heißt es in der "New York Times". Ihr E-Mail-Computer stand in ihrem Haus in Chappaqua im Bundesstaat New York, für die meisten Mails habe sie allerdings ihr Blackberry genutzt, dessen Sicherheit sie nie habe überprüfen lassen, so die "Times".

Trump nutzt das Thema für sich

Die Affäre nagt seit längerem an der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin. Sie sieht sich deswegen massiven Angriffen aus dem republikanischen Lager ausgesetzt. Insbesondere Donald Trump bringt das Thema immer wieder auf. Clinton ist die Favoritin auf die Kandidatur der Demokraten und hat die Nutzung des privaten Servers mittlerweile als Fehler bezeichnet.

Aber die Untersuchung des Außenministeriums ist nur eine von mehreren. Gefährlich könnte ihr eine Ermittlung des FBI werden. Die Bundespolizei prüft, ob sie über den Server auch vertrauliche Informationen verschickte oder empfing. Laut der "Times" könnten 22 Mails sogar "Top-Secret"-Inhalte enthalten. In diesem Fall droht ihr eine Anklage. Es gibt Berichte, dass die Ermittlung kurz vor dem Ende zu stehen.

Auch Colin Powell verschickte Privat-E-Mails

Neben Clintons nimmt der 83-seitige Bericht auch die Amtszeiten von vier weiteren Außenministern unter die Lupe genommen, darunter die des amtierenden Chefdiplomaten John Kerry und ihres republikanischen Vorgängers Colin Powell.

Als Fazit heißt es allgemein: "Im Büro des Außenministers gab es über längere Zeit systematische Schwächen bei der elektronischen Kommunikation und der Aufzeichnung, die über die Amtszeit eines Außenministers hinausgehen."

Laut Prüfbericht verwendete auch Powell ein privates E-Mailkonto. Clinton habe an dieser Praxis aber auch noch festgehalten, nachdem strengere Sicherheitsregeln beschlossen worden seien, kritisierte der Generalinspektor. Zur Zeit ihres Amtsantritts 2009 galt demnach bereits die Anweisung, ein autorisiertes E-Mailsystem zu benutzen.

Ein Clinton-Sprecher erklärte, der Bericht zeige, dass der Umgang der Ministerin mit E-Mails dem ihrer Vorgänger entsprochen habe. Ein Vertreter des Außenministeriums sagte, die im Bericht enthaltenen Empfehlungen zum Umgang mit Daten seien mittlerweile aufgegriffen worden.

Quelle: n-tv.de