Politik

Kolumbien kommt nicht zur Ruhe ELN-Rebellen starten Militäroffensive

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Die ELN kontrolliert heute viele Gebiete, die vorher in FARC-Hand waren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Vier Monate hielt die Waffenruhe zwischen der marxistischen Guerillaorganisation ELN und der kolumbianischen Regierung. Doch seit Januar sind die Rebellen wieder auf Konfrontationskurs. Nun eskaliert die Lage. Die Rückkehr an den Verhandlungstisch dürfte schwierig werden.

Nach der vorläufigen Unterbrechung der Friedensgespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und der linken Guerillaorganisation ELN haben die Rebellen eine Militäroffensive gestartet. Am Samstag sprengten sie im Department Cesar im Norden des Landes eine Brücke und griffen einen Lastwagen mit einem Sprengsatz an, wie die Streitkräfte mitteilten. Die neuen Attacken sind ein schwerer Rückschlag für den Friedensprozess in dem südamerikanischen Land.

"Die Gespräche wiederaufzunehmen wird sehr schwierig", sagte Kolumbiens Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos. "Die ELN sagt ständig, sie wolle den Frieden suchen, aber ihre Taten widersprechen ihren Worten." Ende Januar hatte die Regierung die Verhandlungen mit den ELN auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, nachdem die Rebellen eine Reihe von Bombenanschlägen auf Polizeiwachen mit Toten und Verletzten verübt hatten. Die Guerilla kündigte daraufhin eine Offensive von Samstag bis zum kommenden Dienstag an.

Die Regierung und die "Naionale Befreiungsarmee" ELN hatten vor einem Jahr in der ecuadorianischer Hauptstadt Quito Friedensverhandlungen aufgenommen. Der erste Durchbruch war eine Waffenruhe, die von Oktober vergangenen Jahres bis Januar hielt. Seitdem haben die Feindseligkeiten wieder zugenommen.

Seit dem Friedensvertrag mit der größeren Rebellengruppe Farc Ende 2016 ist die ELN mit ihren knapp 2000 Kämpfern die letzte aktive Guerillaorganisation in dem südamerikanischen Land. Viele der ehemaligen FARC-Gebiete sind heute in der Hand der ELN.

Quelle: n-tv.de, ino/AFP