Politik

Nach dem Brexit 2019 EU und London vereinbaren Übergangszeit

Im März 2019 tritt Großbritannien aus der Europäischen Union aus. Doch weil bis dahin wohl nicht alle Punkte des Abkommens geregelt sein werden, vereinbaren die EU und London nun eine Übergangsfrist bis Ende 2020. Sie soll die Brexit-Folgen abfedern.

Die Europäische Union und Großbritannien haben einen weiteren Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen erzielt: Sie sind sich einig über eine 21-monatige Übergangsfrist nach dem britischen EU-Austritt im März 2019, teilte der EU-Unterhändler Michel Barnier mit. Der britische Brexit-Minister David Davis sprach von "einem weiteren wichtigen Schritt".

Diese Übergangszeit gilt als besonders wichtig für Unternehmen und Bürger, um die Folgen des Brexits abzufedern. In der Zeit soll Großbritannien sich weiter an alle EU-Regeln halten und auch finanzielle Beiträge wie bisher nach Brüssel überweisen. Dafür behält das Land den Zugang zum EU-Binnenmarkt und bleibt Teil der Zollunion. In diesem Zeitraum soll auch geklärt werden, wie die langfristige Partnerschaft zwischen beiden Seiten aussehen soll.

Großbritannien wollte ursprünglich eine Phase von "etwa zwei Jahren" erreichen, ließ sich aber auf den kürzeren Zeitraum ein. Innerhalb der Frist soll auch geklärt werden, wie die langfristige Partnerschaft beider Seiten aussehen soll.

Allerdings tritt die Übergangsperiode nur im Rahmen eines umfassenden Austrittsabkommens in Kraft. "Nichts ist vereinbart, bis nicht alles vereinbart ist", sagte Barnier. Man sei sich über große Teile einig, aber es sei noch Arbeit zu tun. Bis Oktober soll das Abkommen dann unter Dach und Fach sein.

Unter Vertretern der britischen Wirtschaft verbreitete die Einigung bereits positive Stimmung. "Das ist ein Meilenstein, auf den viele Unternehmen in ganz Großbritannien gewartet haben", sagte der Generaldirektor des britischen Handelskammertags, Adam Marshall, einer Mitteilung zufolge.

Die Einigung sei eine gute Nachricht für im Handel tätige Firmen auf beiden des Ärmelkanals, weil sie kurzfristig mit geringen oder gar keinen Folgen für ihr alltägliches Geschäft zu rechnen hätten. Besonders erleichtert seien Unternehmen darüber, dass sie weiterhin EU-Bürger einstellen könnten, so Marshall. Er warnte aber zugleich, die Übergangsperiode dürfe nicht zum politischen Spielball werden.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa/AFP