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"Zentrum für Spionage" Ecuador verteidigt Asyl-Entzug für Assange

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Ecuadors Präsident Lenín Moreno

(Foto: dpa)

Viele in den USA sehen in Julian Assange einen Staatsfeind. Ecuadors Präsident hält ihn für einen Spion, der in Prozesse anderer Staaten eingreifen wollte - und verteidigt damit die Aufhebung des Asyls für den Wikileaks-Gründer.

Ecuadors Präsident Lenín Moreno hat den Entzug des Asyls für Wikileaks-Gründer Julian Assange erneut verteidigt. Moreno sagte der Zeitung "The Guardian", Assange habe versucht, in der ecuadorianischen Botschaft in London ein "Zentrum für Spionage" einzurichten.

Die Vorgängerregierung in Quito habe zugelassen, dass von der Botschaft aus in die "Prozesse anderer Staaten" eingegriffen werde. Assange habe zudem Botschaftsmitarbeiter schlecht behandelt und rechtliche Schritte angedroht, sagte Moreno. Der Entzug des Asyls sei nicht willkürlich erfolgt, sondern fuße auf internationalem Recht.

Die Spionagebefürchtungen rund um Assange gingen sogar soweit, dass 2016 eigens ein Installateur aus dem spanischen Valencia eingeflogen wurde, um die Toilette Assanges zu reparieren. Die aus Spanien stammenden Sicherheitsleute des gebürtigen Australiers befürchteten nämlich, dass ein lokaler Klempner das Klo verwanzen könnte. Die Kosten des viertägigen Einsatzes: 4000 Euro. Demnach kümmerte sich jahrelang eine im südspanischen Cádiz ansässige Firma um die Sicherheit des Gastes. Sie wurde direkt von einem Geheimdienst in Quito bezahlt. Der Einsatz des spanischen Teams endete 2017, als in Quito der linke Präsident Rafael Correa von dem gemäßigten Lenín Moreno abgelöst wurde.

Assange war am Donnerstag nach sieben Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London festgenommen worden. Die Regierung in Quito hatte zuvor das politische Asyl für den 47-jährigen Australier aufgehoben, der wegen der Veröffentlichung geheimer US-Dokumente vielen in den USA als Staatsfeind gilt. Assanges Anwälte wollen nun eine Auslieferung des Wikileaks-Gründers an die USA verhindern.

Quelle: n-tv.de, mba/AFP

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