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1831 Euro im Monat Eigenanteil für Pflegeheime steigt

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In NRW müssen Pflegebedürftige mit im Schnitt 2326 Euro monatlich am meisten zahlen.

(Foto: picture alliance / Sven Hoppe/dp)

Wer pflegebedürftig ist und im Heim lebt, muss immer mehr Geld zuschießen. Das ergibt eine Umfrage der Privaten Krankenversicherung. Der Anteil beträgt monatlich bereits mehr als 1000 Euro. Die Kosten im Ländervergleich unterscheiden sich stark.

Die Bewohner von Pflegeheimen müssen den privaten Krankenkassen zufolge immer mehr aus der eigenen Tasche bezahlen. Im Juni lag der Eigenanteil der Pflegebedürftigen bei durchschnittlich 1831 Euro im Monat, wie eine Erhebung des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) ergab. Das ist ein Plus von knapp acht Prozent im Vergleich zum Mai 2017, als der Eigenanteil bei durchschnittlich 1697 Euro lag.

Den PKV-Angaben zufolge müssen die Pflegebedürftigen in Nordrhein-Westfalen am meisten zahlen. Dort beträgt der Eigenanteil für einen Heimplatz im Schnitt 2326 Euro im Monat. Es folgen das Saarland mit 2247 Euro sowie Baden-Württemberg und Berlin mit je 2098 Euro. Am preiswertesten sind Heimplätze in Sachsen und Sachsen-Anhalt, wo 1201 beziehungsweise 1205 Euro fällig werden - nur knapp halb so viel wie in Nordrhein-Westfalen.

Grund für die Unterschiede zwischen den Ländern und die großen Steigerungen seien insbesondere die Personalkosten, die 80 Prozent der Heimbudgets ausmachen, berichtete die "Frankfurter Rundschau". Die PKV-Erhebung basiert auf den Daten von rund 11.000 der etwa 13.000 Pflegeheime in Deutschland.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte, die Hälfte der Betroffenen könne die Kosten für die Unterbringung im Pflegeheim nicht stemmen und werde abhängig von der Sozialhilfe. "Es ist Zeit, dass die Pflegeversicherung endlich wieder die gesamten Pflegekosten zahlt", forderte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. "Schließlich reicht die Durchschnittsrente von rund 1.300 Euro gerade einmal für die Unterbringung und Verpflegung aus."

Quelle: ntv.de, kpi/AFP