Politik

Sexuelle Gewalt in Nordkorea Ein System voller Vergewaltigungen

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In Nordkorea werden Vergewaltigungen auch als Machtinstrument gegen Frauen eingesetzt.

(Foto: REUTERS)

Sie werden geschlagen, vergewaltigt und missbraucht: Mehr als 50 aus Nordkorea geflüchtete Frauen berichten von ihren Qualen. Sie geben einen schonungslosen Einblick in das System des isolierten Landes. Manche finden nur einen Ausweg.

Viele nordkoreanische Frauen erleben ein regelrechtes Martyrium sexueller Gewalt. Davon berichten nun zahlreiche Frauen, die aus dem Land flüchten konnten. Sie geben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch Einblick in den alltäglichen Missbrauch: So erzählt eine Frau in den 20ern, dass sie auf einem Markt Produkte verkaufte und dabei von Offiziellen des Staates regelmäßig missbraucht wurde. Diese Gewalt sei für sie und die anderen Frauen alltäglich gewesen.

Die Wachtposten sahen das als eine Art Bestechungsgeld an: "Männer haben mich vergewaltigt, sie fassten mich am ganzen Körper an und demonstrierten so ihre Macht. Es war nötig, um überleben zu können", zitiert die "New York Times" die Frau. 

Andere Frauen sollten in China beim Schmuggel Geld verdienen und wurden von Polizisten, Wachen und Inspektoren sexuell missbraucht. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat insgesamt 50 Frauen interviewt, die sexuelle Gewalt erlebt haben.

Jede Nacht eine Vergewaltigung

In Gefängnissen sind die Frauen ihren Peinigern besonders ausgeliefert: "Jede Nacht wurden einige Frauen gezwungen, mit einem Wärter zu gehen und wurden vergewaltigt", erklärt ein ehemaliges Opfer. Wenn das Türschloss aufging, hofften die Frauen, dass nicht ausgerechnet sie von den Aufsehern ausgesucht werden würden.

Wer nicht in einem Lager oder Gefängnis sitzt, sieht oft nur einen einzigen Ausweg aus den ständigen Übergriffen - die Flucht aus Nordkorea. Seit den 1990er Jahren konnten etwa 32.000 Nordkoreaner aus der Diktatur nach Südkorea fliehen. Die Mehrheit waren Frauen. Laut einer Studie des South Korea Institute for National Unification erklären 38 Prozent von mehr als 1100 Geflüchteten, dass sexueller Missbrauch und Vergewaltigungen an der Tagesordnung seien. 33 Prozent der Frauen bestätigten, dass sie vergewaltigt wurden.

Wie viele Frauen in Nordkorea tagtäglich missbraucht werden, ist unklar. Diktator Kim Jong Un weist die Vorwürfe der sexuellen Gewalt zurück und gibt an, die Regierung würde die Menschenrechte schützen. Aufgrund der Isolation des Landes dringen nur wenige Informationen über die nordkoreanische Gesellschaft nach außen.

Quelle: n-tv.de, sgu

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