Politik

Heilbronner Polizistenmord Ermittler finden zweite Tatwaffe

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Das Luftbild zeigt das zerstörte Zwickauer Haus, in dem nun auch die zweite Tatwaffe gefunden wurde.

(Foto: dapd)

Und wieder fügt sich ein Teil in das Puzzle: In den Trümmern der Wohnung des Neonazi-Trios aus Jena entdecken Fahnder auch die zweite Tatwaffe des Polizistenmordes von Heilbronn. In Thüringen soll der Verfassungsschutz von 20 Unterstützern in der rechten Szene ausgehen.

In der ausgebrannten Wohnung des Neonazi-Trios im sächsischen Zwickau ist die zweite Tatwaffe des Polizistenmordes von Heilbronn gefunden worden. Die Waffe sei identifiziert, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Er bestätigte damit Medienberichte. Die Polizistin Michéle Kiesewetter war 2007 in Heilbronn mit einem Kopfschuss getötet worden. Ihr damals 24 Jahre alter Streifen-Kollege wurde schwer verletzt und lag mehrere Wochen im Koma.

Laut "Spiegel" und "Focus" geht der Thüringer Verfassungsschutz mittlerweile von etwa 20 Unterstützern aus, die dem aus Jena stammenden Trio im Untergrund halfen. Der Verfassungsschutz in Thüringen wollte sich dazu nicht äußern. "Das Landesamt bestätigt die Zahl von 20 Unterstützern nicht und nimmt auch nicht dazu Stellung", sagte ein Sprecherin.

DVD wird noch ausgewertet

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Was werden die Fahnder noch alles im Haus des rechtsradikalen Terrortrios finden?

(Foto: picture alliance / dpa)

Im Fall des Polizistenmordes von Heilbronn war die andere Waffe, mit der die beiden Polizisten angegriffen wurden, ebenfalls in den Trümmern der Zwickauer Wohnung des Terror-Trios Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe entdeckt worden. Die Dienstwaffen der beiden Beamten waren dagegen in dem Wohnmobil im thüringischen Eisenach gefunden worden, in dem sich die beiden Rechtsextremen Mundlos und Böhnhardt nach einem Banküberfall Polizeiangaben zufolge umgebracht hatten. Die Zwickauer Wohnung war wenige Stunden nach dem Überfall explodiert.

Im Brandschutt stellten die Ermittler auch eine weitere DVD sicher. Zum Inhalt machte die Bundesanwaltschaft auch am Sonntag keine Angaben. Die DVD werde im Moment ausgewertet, sagte ein Sprecher. Vor einigen Tagen war bereits ein Bekennervideo der Neonazis aufgetaucht. Auch die Prüfung dieser DVD sei noch nicht ganz abgeschlossen, sagte der Sprecher.

Umfeld wird intensiv durchleutet

Die Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) wird neben dem Heilbronner Polizistenmord für die Mordserie an neun Geschäftsleuten türkischer und griechischer Abstammung zwischen 2000 und 2006 verantwortlich gemacht. Auch der Nagelbomben-Anschlag in der Kölner Innenstadt 2004 wird dem rechtsextremen Trio zugerechnet.

Mundlos und Böhnhardt sind tot. Zschäpe und Holger G. aus Niedersachsen, der die Gruppe unterstützt haben soll, wurden festgenommen. Außerdem haben die Ermittler mindestens zwei weitere Verdächtige im Visier. "Es sind weitere konkrete Personen in unseren Blick geraten", sagte der Sprecher der Bundesanwaltschaft. Das Umfeld der Zwickauer Zelle werde intensiv durchleuchtet. Weitere Festnahmen habe es bisher aber nicht gegeben.

Quelle: ntv.de, dpa