Politik

Nouripour im "ntv Frühstart" "Europa muss lernen, auf eigenen Beinen zu stehen"

Aus Sicht des Grünen-Außenpolitikers Nouripour wird der Demokrat Biden, sollte er US-Präsident werden, anderes zu tun haben als sich um das Verhältnis zu Europa zu kümmern. Deutsche und Europäer müssten lernen, "auch ohne die Amerikaner Außen- und Sicherheitspolitik zu machen".

Nach der Präsidentschaftswahl in den USA fordert der Grünen-Außenexperte Omid Nouripour, Deutsche und Europäer sollten endlich lernen, außen- und sicherheitspolitisch auf eigenen Beinen zu stehen, "um im Zweifelsfall auch ohne die Amerikaner Außen und Sicherheitspolitik zu machen", so Nouripour im "Frühstart" von ntv.

Das Ergebnis der US-Wahlen steht noch nicht fest, dennoch spricht derzeit vieles für einen Wahlsieg des demokratischen Kandidaten Joe Biden. Nouripour sagte, man müsse "davon ausgehen, dass gerade nach diesem knappen Rennen und nach dieser massiven Polarisierung in den Vereinigten Staaten, sich Biden massiv um die sozialen Verwerfungen im eigenen Land kümmern muss".

Mit einer Rückkehr zu einer Außenpolitik, in der sich Europa im Schatten der USA aus globalen Problemen heraushalten kann, rechnet Nouripour nicht. "Diese Wahl sollte der letzte Weckruf sein, nicht nur für uns in Deutschland, sondern für uns in Europa, dass wir auf eigenen Beinen stehen müssen, dass wir zusammenstehen müssen, um im Zweifelsfall auch ohne die Amerikaner Außen- und Sicherheitspolitik zu machen", sagte er.

Erschüttert zeigte sich der Grünen-Außenexperte vom Auftritt von US-Präsident Donald Trump in der Wahlnacht. Trump hatte sich noch während der laufenden Auszählungen der Stimmzettel zum Sieger erklärt. "Das war so etwas wie der vorläufige Tiefpunkt von Jahren der Rüpelhaftigkeit und verbreiteter Unwahrheiten. Ehrlich gesagt, hat mich am meisten fassungslos gemacht, wo er das gemacht hat, nämlich mitten im Weißen Haus. Das ist eine Amtsanmaßung ohnegleichen, wenn man als Kandidat das Haus schon einmal okkupiert", so Nouripour.

Quelle: ntv.de, ako