Politik

Nach 17 Jahren auf der Flucht Ex-ETA-Chef in Frankreich festgenommen

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Ternera 2001 vor seinem Abtauchen im baskischen Regionalparlament in Vitoria.

(Foto: dpa)

Die baskische Untergrundorganisation ETA gibt im vergangenen Jahr ihre Auflösung bekannt, doch ihr ehemaliger Anführer ist da noch immer auf der Flucht. Josu Ternera wird eine Beteiligung an einer ETA-Aktion mit zwölf Toten vorgeworfen. Nun wird er in den französischen Alpen festgesetzt.

Nach Jahren auf der Flucht ist einer der Anführer der früheren baskischen Untergrundorganisation ETA, Josu Ternera, in Frankreich gefasst worden. Das teilte das spanische Innenministerium mit. Ternera wurde demnach in den frühen Morgenstunden in Sallanches in den französischen Alpen festgesetzt. An der Aktion nahe den Grenzen zu der Schweiz und Italien seien Sicherheitskräfte aus Spanien und Frankreich beteiligt gewesen.

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Der 68 Jahre alte Ternera, der eigentlich José Antonio Urrutikoetxea Bengoetxea heißt, war der politische Chef der ETA, die in ihrem mehr als sechs Jahrzehnte langen Kampf für ein unabhängiges Baskenland mehr als 800 Menschen ermordete. Ternera - seit 2002 auf der Flucht - war der meistgesuchte unter den Dutzenden noch flüchtigen "Etarras". Nach Verbüßung mehrerer Haftstrafen war er zwischen 1998 und 2002 Abgeordneter im Parlament der Autonomen Region des Baskenlandes im Norden Spaniens. Nachdem aber ein Gericht beschlossen hatte, seine Verbindungen zu einem Anschlag auf eine Kaserne in Saragossa zu untersuchen, bei dem 1987 zwölf Menschen ums Leben kamen, war Ternera vor 17 Jahren wieder untergetaucht.

Die ETA wurde 1959 als Widerstandsbewegung gegen die Diktatur von Francisco Franco gegründet. Aber auch nach der Rückkehr Spaniens zur Demokratie im Jahr 1975 kämpfte sie mit dem Ziel eines unabhängigen Baskenlandes im Norden Spaniens und im Südwesten Frankreichs weiter. 2011 verkündete die ETA das Ende ihres bewaffneten Kampfes. Im April 2017 gab die Organisation dann nach eigenen Angaben ihre Waffen vollständig ab, im Mai 2018 erklärte sie ihre endgültige Auflösung. 

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP/rts/dpa

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