Politik

Nach Plagiatsaffäre 2011 Ex-Minister Guttenberg hat wieder Doktortitel

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Veröffentlicht wurde Guttenbergs Dissertation bereits im November 2018, die finale Version dann im Juli 2019.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eine Plagiatsaffäre kostet Karl-Theodor zu Guttenberg 2011 den Doktortitel und das Amt des Bundesverteidigungsministers. Nun hat der Ex-Politiker einen zweiten Anlauf an einer britischen Uni gewagt. Auch zu einem Polit-Comeback äußert sich der einstige Hoffnungsträger der CSU.

Sein langer Name ist wieder ein Stück länger: Der frühere Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg darf wieder einen Doktortitel führen. Nach eigenen Angaben hat der Ex-Politiker, der vor neun Jahren durch die Plagiatsaffäre um seine Dissertation die Ehrenwürde und seinen Ministerposten verlor, noch einmal promoviert. Das sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf seinen Doktorvater darüber berichtet. Demnach hat zu Guttenberg schon vor einiger Zeit an der britischen Universität Southampton promoviert und trägt nun den Titel PhD (Doktor der Philosophie). Gesprochen habe er bislang darüber mit fast niemandem, sagte zu Guttenberg der Funke Mediengruppe und fügte hinzu: "Denn promoviert habe ich nicht für die Öffentlichkeit und erst recht nicht für ein politisches Comeback, das ich gewiss nicht mehr anstrebe, sondern alleine aus sehr persönlichen Gründen. Deshalb möchte ich auch nichts mehr dazu sagen, außer dass ich sehr dankbar bin, diese zweite Chance bekommen zu haben."

Guttenberg war 2011 von seinem Ministerposten zurückgetreten, nachdem ihm sein erster Doktortitel von der Universität Bayreuth aberkannt worden war. Die sah es als erwiesen an, dass der einstige Hoffnungsträger der CSU seine juristische Arbeit mit dem Titel "Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU" in zahlreichen Passagen abgeschrieben und vorsätzlich getäuscht hatte. Der Ex-Minister hatte daraufhin mit seiner Familie Deutschland verlassen und war an die Ostküste der USA gezogen. Dort arbeitete er abseits der Politik als Berater.

Seine neue Abschlussarbeit reichte Guttenberg den Berichten zufolge bereits 2018 an der Fakultät für Wirtschaft, Recht und Kunst der Southampton Business School ein, die zur Universität gehört. Es handele sich um eine "Analyse vom Wesen, Umfang und Bedeutung des Korrespondenzbankwesens und seiner Anwendung in historischen Präzedenzfällen und ausgewählten Fallstudien". Tatsächlich findet sich auf der Website der Universität eine knapp 500 Seiten lange Publikation, die als Autoren Karl Buhl-Freiherr von und zu Guttenberg nennt. Die Dissertation wurde vom deutschen Wirtschaftswissenschaftler Richard Werner betreut und soll von ihm laut "Bild"-Zeitung als "exzellent recherchiert" bewertet worden sein.

Quelle: ntv.de, joh/dpa

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