Urteilsverkündung in SüdkoreaEx-Präsidentin Park muss 24 Jahre in Haft

Die ehemalige Staatschefin Südkoreas, Park, muss für lange Zeit ins Gefängnis. Ein Gericht spricht sie wegen Korruption und Machtmissbrauchs schuldig. Park habe Unternehmen zur Zahlung von Bestechungsgeldern in Millionenhöhe gezwungen, heißt es.
Ein Gericht in Seoul hat die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye wegen Korruption und anderer Vergehen schuldig gesprochen und zu 24 Jahren Haft verurteilt. Außerdem habe sich Park des Machtmissbrauchs und der Nötigung schuldig gemacht, sagte der Vorsitzende Richter beim Bezirksgericht bei der im Fernsehen übertragenen Sitzung zur Verkündung des Urteils. Zu der Haftstrafe kommt noch eine Geldstrafe von 18 Milliarden Won (knapp 14 Millionen Euro) hinzu.
Die 66-jährige Park habe Unternehmen zur Zahlung von Bestechungsgeldern in Höhe von 77,4 Milliarden Won (59 Millionen Euro) gezwungen, sagte Richter Kim Se Yoon in der live übertragenen Urteilsverkündung. Die Bestechungsgelder wurden laut Anklage Park und ihrer langjährigen Vertrauten Choi Soon Sil von drei südkoreanischen Konzernen - Samsung, Lotte und SK - übergeben oder zugesagt. Choi wurde im Februar wegen der Korruptionsaffäre zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von 30 Jahren für die konservative Politikerin sowie eine Geldstrafe in Höhe von 118,5 Milliarden Won gefordert. Park war im Dezember 2016 wegen des weitverzweigten Korruptionsskandals vom Parlament abgesetzt worden. Die Amtsenthebung wurde im März des vergangenen Jahres bestätigt. Die Südkoreaner hatten die Tochter des früheren Militärdiktators Park Chung Hee Ende 2012 als erste Frau ins Präsidentenamt des Landes gewählt.