"Feindliche Ziele" im Visier?Explosionen und Flugabwehr über Teheran

Erstmals seit Wochen ist über Teheran wieder Flugabwehr aktiv. Das vergrößert die Sorgen, dass die Waffenruhe vorzeitig endet und der Krieg weitergeht. Ein israelischer Minister erklärte zuvor, dafür bereit zu sein. Doch kurz darauf beruhigt sich die Situation wohl.
Erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe mit den USA sind in Teilen der iranischen Hauptstadt Teheran Medienberichten zufolge Explosionen zu hören gewesen. Die Nachrichtenagentur Mehr meldete, ein Flugabwehrsystem sei in mehreren Teilen der Hauptstadt gegen "feindliche Ziele" aktiviert worden.
Die Agentur Fars zitiert einen ihrer Reporter mit den Worten, die Aktivierung der Luftabwehr sei darauf zurückzuführen gewesen, dass an verschiedenen Orten im Iran kleine Drohnen am Himmel entdeckt worden seien. "Israel greift den Iran im Moment nicht an", hieß es aus Sicherheitskreisen.
Die USA haben derweil nach den Worten von Präsident Donald Trump keine Eile, den Iran-Krieg zu beenden - im Gegensatz zu Teheran. "Ich habe alle Zeit der Welt", erklärte Trump in Onlinediensten. Der Iran dagegen steht aus seiner Sicht viel stärker unter Druck. Teheran habe diese Zeit "nicht", schrieb Trump weiter und fügte hinzu: "Die Uhr tickt."
Trump behauptete, dass das iranische Militär zerstört worden sei. "Ihre Führer weilen nicht mehr unter uns; die Blockade ist lückenlos und stark, und von dort aus wird es nur noch schlimmer", erklärte er. Über eine mögliche Vereinbarung mit dem Iran sagte er, es werde "erst dann ein Abkommen geben, wenn es sinnvoll und gut für die Vereinigten Staaten, unsere Verbündeten und tatsächlich den Rest der Welt ist".
Israel ist bereit für Angriffe
Zuvor hatte Verteidigungsminister Israel Katz gesagt, man sei "bereit, den Krieg gegen den Iran wieder aufzunehmen". Die Ziele seien "markiert", sagte Katz in einer Videobotschaft. "Wir warten auf grünes Licht aus den Vereinigten Staaten - in erster Linie, um die Chamenei-Dynastie vollständig zu eliminieren", fuhr er mit Blick auf den obersten Führer Modschtaba Chamenei fort, der Nachfolger seines am 28. Februar getöteten Vaters Ali Chamenei ist. Darüber hinaus solle der Iran "ins dunkle Zeitalter und in die Steinzeit zurückversetzt" werden.
Trump hatte am Dienstag eine zweiwöchige Waffenruhe im Iran-Krieg auf vorerst unbestimmte Zeit verlängert. Die Waffenruhe gelte so lange, bis der Iran einen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts vorlege und "die Gespräche in der einen oder anderen Form abgeschlossen werden", sagte Trump. Ob es demnächst neue Verhandlungen zwischen Teheran und Washington gibt, ist unklar.