Politik

Marsch zu Ungarns Grenze Flüchtlinge wollen Öffnung der Balkanroute

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(Foto: REUTERS)

Seit Monaten sind die meisten Grenzen auf dem Balkan dicht für Flüchtlinge. Hunderte Menschen sitzen deswegen unter anderem in Serbien fest. Mit einem mehr als 200 Kilometer langen Fußmarsch wollen sie auf ihre Situation aufmerksam machen.

Etwa 350 in Serbien gestrandete Flüchtlinge haben sich aus Protest gegen die Sperrung der sogenannten Balkanroute von Belgrad aus auf den Weg an die ungarische Grenze gemacht. Die Geflüchteten wollten örtlichen Medienberichten zufolge mit dem rund 210 Kilometer langen Marsch gegen den Grenzzaun zwischen Serbien und Ungarn demonstrieren, der ihnen den Weg Richtung Norden versperrt. Die Flüchtlinge wollen Ungarn auffordern, die Grenze zu öffnen.

Begleitet von der Polizei erreichten sie am frühen Nachmittag den Stadtrand von Belgrad. Auf handgeschriebenen Bannern und in Sprechchören forderten sie offene Grenzen, wie Augenzeugen berichteten. Die Menge wanderte zunächst entlang des Flusses Save in Richtung Norden. "Wir wandern zur ungarischen Grenze", sagte einer der Teilnehmer an dem Marsch. "Wir wollen nicht in Serbien bleiben."

2015 waren mehr als eine Million Migranten über die sogenannte Balkanroute vor allem nach Deutschland und Österreich gekommen. Durch Grenzzäune in Ungarn, Mazedonien, Bulgarien und Slowenien ist dieser Transitweg geschlossen. In Serbien halten sich nach Schätzungen etwa 5000 Migranten auf. Mitte September hatte Serbien angekündigt, Grenzzäune zu Mazedonien und Bulgarien zu errichten, um Tausende neue Migranten von seinem Territorium fernzuhalten.

Quelle: n-tv.de, mbo/dpa/rts

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