Politik

Was liegt denn da auf dem Tisch? Foto zeigt Trumps neues Büro

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Trump mit Brille? Sieht man selten, doch er dürfte sie in den vergangenen Jahren sehr oft getragen haben. Er brauchte sie zum Twittern.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Jahrelang bestimmte Donald Trump als US-Präsident die Schlagzeilen, nun ist es still um ihn geworden. Doch jetzt sorgt ein Foto aus seinem neuen Büro auf seinem Anwesen in Florida für Aufsehen. Es enthüllt nicht nur den Preis seines Schreibtischs, sondern auch etwas, das Trump verbergen wollte.

Im Internet ist ein Foto aufgetaucht, auf dem das neue Büro des früheren US-Präsidenten Donald Trump in seinem Wohnsitz Mar-a-Lago in Florida zu sehen ist. Gepostet hat es Trumps enger Mitarbeiter Stephen Miller, der darauf neben Trump abgebildet ist, der wiederum mit seinem typischen Foto-Lächeln hinter einem schweren Holzschreibtisch sitzt. Das Bild war eine kleine Sensation, Nutzer sozialer Medien stürzten sich geradezu darauf und begutachteten jedes einzelne Detail, denn bislang gab es noch keine Einblicke dieser Art.

Das Magazin "Politico" widmete dem Bild ebenfalls eine eingehende Analyse. Unter anderem entdeckte der Autor Trumps Lesebrille auf dem Schreibtisch, direkt neben dem iPhone. Dass Trump so eine hat, war zwar nicht direkt ein Staatsgeheimnis. Doch der frühere Präsident bemühte sich darum, möglichst nicht damit gesehen zu werden. So habe er darauf geachtet, nicht mit der Brille auf der Nase fotografiert zu werden - wodurch es auch nur wenige Bilder von ihm damit gibt. Dabei, so heißt es bei "Politico", habe er sie für seine Lieblingsbeschäftigung, das Twittern, benötigt. Um zu vermeiden, mit Brille gesehen zu werden, habe er sich Vorschläge für Tweets in großen Buchstaben ausdrucken lassen, um sie ohne Sehhilfe lesen zu können.

Mittlerweile wurde Trump aber bei Twitter gesperrt - so ist es wahrscheinlicher, dass er die Brille zum Lesen des "Wall Street Journal" aufgesetzt hatte, die vor ihm auf dem Schreibtisch liegt. Das konservative Blatt steht zwar den Republikanern nahe, ging aber auf Distanz zu Trump und warf ihm seine Lügen über einen angeblichen Wahlbetrug vor. Trump wetterte dagegen in einer Mitteilung, das Blatt propagiere noch immer Dinge, die schlecht für die USA seien - Freihandelsabkommen zum Beispiel. Was ihn aber offenbar nicht davon abhält, die Zeitung noch zu lesen. Auch der "New York Times" soll Trump stets die Treue gehalten haben, obwohl diese ihn regelmäßig geradezu auseinandernahm und er sie neben anderen Medien zu "Feinden des Volkes" erklärt hatte.

Coca-Cola-Boykott gilt nicht für Trump

In diese Kategorie fällt auch die Flasche Diet Coke (in Deutschland "Cola Light"), die hinter dem Telefon zu erkennen ist. Denn gerade erst hat Trump zu einem Boykott des Brauseherstellers aufgerufen. Er ärgert sich darüber, dass der im Bundesstaat Georgia ansässige Konzern gegen das neue Wahlgesetz dort protestierte. Doch Trump sei ein langjähriger "Diet-Coke-Fanatiker", ist bei "Politico" zu lesen, so fühlte er sich offenbar nicht von seinem eigenen Aufruf angesprochen.

Das Gebilde vorn rechts auf dem Schreibtisch ist dem Bericht zufolge eine Gedenktafel, die Trump für seine Bemühungen um den Schutz der US-Grenzen ehrt - erhalten habe er sie vom US-Grenzschutz. Sie steht für die berühmte Mauer, die Trump bauen wollte, und für die Mexiko bezahlen sollte. Nach vier Jahren im Amt hatte er 80 Meilen neue Grenzbefestigungen zustande gebracht - und Kritiker glaubten nicht, dass sie die illegale Einwanderung wirklich eindämmen kann. Doch für seine Anhänger war sie ein Symbol der Abschottung - also genau das, was sie wollten.

Auf dem Schreibtisch liegt auch ein Filzstift der Marke Sharpie, die Trump seit Langem nutzt - für Autogramme oder auch, um Artikel zu markieren, die ihm nicht gefallen, vielleicht auch in der vor ihm liegenden Zeitung. 2019 wurde dieser Stift kurzzeitig berühmt: Der Präsident hatte offenkundig damit eine Wetterkarte bearbeitet, die den Verlauf eines Hurrikans darstellte. Trump wollte so wohl nachträglich beweisen, dass es Warnungen gegeben habe, der Sturm könnte den Bundesstaat Alabama treffen. Das hatte er behauptet, war dann aber von seinem eigenen Wetterdienst korrigiert worden - "Sharpiegate" wurde einer der typischen Kurzzeit-Aufreger der Trump-Ära. Beim Schreibtisch selbst handele es sich wohl um ein 3600 Dollar teures Modell, das sich auch im Internet bestellen lässt, zurzeit aber ausverkauft ist.

Mount Rushmore ohne Trump

Die sonstigen Dinge im Büro verraten nicht allzu viel Neues. Hinten links hängt ein Bild der Air Force One, des Präsidentenflugzeugs, das Trump farblich umgestalten ließ, wie es bei "Politico" heißt. Auf dem Tisch darunter stehen sogenannte Challenge Coins - dabei handelt es sich um Münzen, die die einzelnen Zweige der US-Armee ehrenhalber vergeben. Diese habe Trump auch schon im Oval Office im Weißen Haus ausgestellt, ebenso wie die zahlreichen Familienfotos, die rechts zu sehen sind. Die kleine Trump-Statue links dürfte ihm geschenkt worden sein, zitiert "Politico" ehemalige Trump-Mitarbeiter. Ihm sei häufig so etwas oder auch Gemälde von ihm zugeschickt worden.

Hinter ihm hängt noch ein Bild von Mount Rushmore, dem berühmten Felsen-Relief mit den Porträts der legendären Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Abraham Lincoln und Theodore Roosevelt. Bei keinem anderen Präsidenten würde man daran etwas finden, bei Trump drängt sich der Gedanke auf, dass er sich in einer Reihe mit diesen Größen sieht. Zumal er das selbst erst im vergangenen Jahr getwittert hatte. Angesichts seiner Errungenschaften halte er es für eine gute Idee, sein Konterfei ebenfalls in Stein zu meißeln, schrieb er im Vorfeld einer Wahlkampfrede am Fuße des Berges. Aber immerhin hat er dort nicht ein Bild aufgehängt, in das sein Kopf hineineditiert wurde - gehabt hätte er es, denn die Gouverneurin von South Dakota, wo sich Mount Rushmore befindet, habe ihm ein solches geschenkt, ist bei "Politico" zu lesen.

Alles in allem wirkt der Einblick in das Büro eher unspektakulär. Es lugt nirgendwo ein Schriftstück mit Überschriften wie "Plan für den Wahlkampf 2024" oder "Anweisungen von Putin" hervor - Ersteres ein Albtraum, Letzteres ein Traum seiner vielen Kritiker. Die Botschaft dieses Fotos ist wohl eher: Trump ist mit seiner Arbeit noch nicht am Ende.

Quelle: ntv.de, vpe

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