Startschuss für Bürgerforum Frauke Petry plant die "Blaue Wende"

Dass Frauke Petry nach ihrem AfD-Austritt weiter Politik machen würde, durfte man erwarten. Mit ihrem neuen Bürgerforum "Blaue Wende" zeigt sich, wie das aussehen könnte. Bei einer Auftaktveranstaltung, sagt Petry, was sie vorhat.
Die ehemalige AfD-Chefin Frauke Petry hat mit einer kleinen Diskussionsveranstaltung den Startschuss für ihr neues Bürgerforum "Blaue Wende" gegeben. Petry sagte vor rund 70 Teilnehmern in Rodgau bei Frankfurt am Main, sie wolle in Zukunft Liberale und Konservative vertreten, die sich einig seien, "dass es einen funktionierenden Staat geben muss". Zuletzt sei der Staat zwar in Sachen Bürgerrechte und unternehmerischer Freiheit "immer übergriffiger" geworden.
Gleichzeitig habe es aber große Defizite bei der "Wahrung der inneren und äußeren Sicherheit" gegeben. Petrys Ehemann Marcus Pretzell - früher AfD-Chef in Nordrhein-Westfalen - sagte, sie hätten den Rahmen für die Veranstaltung "bewusst so ausgewählt, dass hier ein überschaubarer Kreis zusammenkommt". Ihr Ziel sei es, das Bürgerforum zu einem "Ideenpool" zu machen. Die Neugründung Die blaue Partei könne diese Ideen dann umsetzen.
Das Forum stehe auch Nicht-Parteimitgliedern sowie Mitgliedern anderer Parteien offen. Die nächste Europawahl und die sächsische Landtagswahl 2019 seien für Die blaue Partei "hochinteressant". Pretzell sagte: "Ich glaube, sagen zu können, dass der Name Petry in Sachsen noch eine ganz andere Strahlkraft hat, als er es außerhalb Sachsens hat."
Petry steht unter Polizeischutz
Als Gast hatte Petry die muslimische Sozialdemokratin Katja Schneidt eingeladen, die Autorin des Buches "Wir schaffen es nicht. Eine Flüchtlingshelferin packt aus" ist. Schneidt sprach über Integrationsprobleme und langwierige Asylverfahren. Petry hatte die AfD mit Hinweis auf deren "Radikalisierung" verlassen. Sie ist fraktionslose Bundestagsabgeordnete.
In einem Interview mit dem "Tagesspiegel" hatte Petry gesagt, sie stehe unter Polizeischutz. "Es gibt nun nicht mehr nur von links, sondern auch von enttäuschten AfD-Anhängern viele Drohungen", sagte sie. Sie könne nun nicht einmal ohne die Beamten einkaufen gehen. Für ihre Kinder sei es seit ihrem AfD-Austritt aber einfacher geworden. "Sie wurden ja nicht nur für unser politisches Tun angefeindet, sondern vor allem für diverse Ausfälle anderer AfD-Repräsentanten", sagte Petry. Das habe sich gebessert.
Auch in der Politik gebe es nun mehr Offenheit. Das Interesse von CDU, FDP und aus Bürgerrechtskreisen an ihrem Projekt, der "Blauen Wende", sei sehr groß. Genauso wie die Bereitschaft, gemeinsam öffentlich aufzutreten. "Das wäre mit der AfD nie denkbar gewesen."