Politik

Kampf für die Meinungsfreiheit Friedensnobelpreis für Journalisten Muratow und Ressa

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Dmitri Muratow aus Russland und Maria Ressa von den Philippinen sind die diesjährigen Preisträgerin.

(Foto: AP)

Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an zwei Journalisten: Maria Ressa von den Philippinen und Dmitri Muratow aus Russland. Beide hätten mutig für die Meinungsfreiheit in ihren Ländern gekämpft, so die Begründung des Komitees.

Die beiden Journalisten Maria Ressa von den Philippinen und Dmitri Muratow aus Russland erhalten in diesem Jahr den Friedensnobelpreis. Das gab das norwegische Nobelkomitee bekannt. Beide hätten "mutig" für die Meinungsfreiheit in ihren Ländern gekämpft, sagte die Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees, Berit Reiss-Andersen, in Oslo. Die Meinungsfreiheit sei "eine Voraussetzung für Demokratie und dauerhaften Frieden". Ressa und Muratow "stehen stellvertretend für alle Journalisten, die dieses Ideal in einer Welt verteidigen, in der Demokratie und Pressefreiheit immer ungünstigere Bedingungen vorfinden", sagte Reiss-Andersen weiter.

Der 59-jährige Muratow ist Mitgründer und ehemaliger Chefredakteur der unabhängigen russischen Zeitung "Nowaja Gaseta". In dieser Funktion habe er "seit Jahrzehnten unter immer schwieriger werdenden Bedingungen die Meinungsfreiheit in Russland verteidigt". Für die "Nowaja Gaseta" hatte auch die vor 15 Jahren ermordete und mehrfach ausgezeichnete Journalistin Anna Politkowskaja geschrieben. Der Mord ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Die Zeitung wirft den russischen Behörden vor, aus politischen Gründen kein Interesse an einer Aufklärung des Falls zu haben.

Die 58-jährige Ressa hatte 2012 in den Philippinen mit weiteren Kollegen das Investigativmedium Rappler gegründet. Sie kämpfe so gegen "den Machtmissbrauch und den wachsenden Autoritarismus in ihrem Heimatland", sagte Reiss-Andersen. So habe sie kritisch über die "umstrittene, mörderische Anti-Drogen-Kampagne" von Präsident Rodrigo Duterte berichtet.

Bundesregierung begrüßt Entscheidung

Die Bundesregierung begrüßte die Vergabe des Friedensnobelpreises an die beiden Journalisten als wichtiges Signal für die Meinungsfreiheit. Beide hätten sich über Jahrzehnte "unter zunehmend schwierigen Umständen" und "unter zunehmendem wachsenden politischen Druck" für die Freiheit der Presse eingesetzt, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die Preisvergabe unterstreiche die Überzeugung der Bundesregierung, "dass die Meinungs- und Pressefreiheit eine Voraussetzung für Demokratie und dauerhaften Frieden sind", sagte Seibert. "Möge dieser Preis nicht nur für sie eine Ermutigung sein, sondern für alle, die sich - wo auch immer auf dieser Welt - für die Pressefreiheit, für die Freiheit, seine Meinung zu äußern in Schrift und Bild, einsetzen."

Bundesaußenminister Heiko Maas erklärte: "Demokratie und Freiheit gibt es nur mit unabhängigen und freien Medien." Ressa und Muratow würden sich "unter großer persönlicher Gefahr" für die Pressefreiheit einsetzen. Der Preis für sie sei aber auch eine Anerkennung für alle Journalisten weltweit, "die jeden Tag den oft gefährlichen Kampf für unser aller Recht auf Information kämpfen". Der Preis sei damit auch ein Preis für die ermordete Journalistin Anna Politkowskaja, die für dieselbe Zeitung wie Muratow gearbeitet hatte.

Nobelpreis-Saison erreicht Höhepunkt

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Mit den Friedensnobelpreisen haben die Tage der Nobelpreis-Verkündungen ihren Höhepunkt erreicht. Zuvor waren in dieser Woche bereits die Preisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie und Literatur bekannt gegeben worden. Unter ihnen sind mit dem Meteorologen Klaus Hasselmann und dem Chemiker Benjamin List auch zwei Deutsche gewesen. Am kommenden Montag folgt noch der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften, der als einziger der Preise nicht auf das Testament des Dynamit-Erfinders und Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896) zurückgeht.

Dotiert sind die Nobelpreise in diesem Jahr erneut mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 980.000 Euro) pro Kategorie. Verliehen werden sie traditionell am 10. Dezember, dem Todestag von Nobel. Der Friedensnobelpreis wird als einziger Nobelpreis nicht in Stockholm, sondern in Oslo verliehen. Er gilt als die renommierteste politische Auszeichnung der Welt. 329 Kandidaten - 234 Persönlichkeiten und 95 Organisationen - sind in diesem Jahr für ihn nominiert gewesen. Das war die drittgrößte Zahl an Nominierten jemals. Die Namen der Nominierten werden traditionell 50 Jahre lang geheim gehalten.

Quelle: ntv.de, kst/dpa/AFP

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