Politik

Proteste in Bolivien Fünf Morales-Anhänger bei Unruhen getötet

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"Sie setzten Dynamit und tödliche Waffen wie die Mauser 765 ein", sagte ein Polizeivertreter.

(Foto: dpa)

Die Anhänger von Ex-Präsident Evo Morales finden sich nicht mit dem Verlust der Macht ab. Mit Gewehren und Molotowcocktails gehen sie gegen Einsatzkräfte von Polizei und Armee vor. Bei den jüngsten gewaltsamen Proteste kommen fünf Menschen ums Leben.

Bei gewaltsamen Zusammenstößen im Zentrum Boliviens sind fünf Anhänger des ins mexikanische Exil gegangenen Ex-Präsidenten Evo Morales getötet worden. Die Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) bestätigte die fünf Todesopfer sowie mehrere Verletzte. Bei den Toten handelt es sich um Kokabauern.

Die Behörden erklärten, bei den Zusammenstößen seien rund hundert Menschen festgenommen worden. Tote wurden nicht gemeldet. Örtliche Medien berichteten von mindestens acht Verletzten.

In einem Vorort von Cochabamba hatte es zuvor schwere Zusammenstöße von Demonstranten und Einsatzkräften von Polizei und Armee gegeben. Tausende Kokabauern versuchten, in das 18 Kilometer entfernte Stadtzentrum vorzudringen, um sich einem Protest gegen die Übergangspräsidentin Jeanine Áñez anzuschließen. Die Polizei hinderte sie jedoch daran durch die Blockade einer Brücke.

Unverhältnismäßige Gewalt durch Polizei

Nach Polizeiangaben waren die Demonstranten mit "Gewehren, Molotowcocktails, selbstgebauten Panzerfäusten und Sprengsätzen" bewaffnet. "Sie setzten Dynamit und tödliche Waffen wie die Mauser 765 ein", sagte ein Polizeivertreter. "Weder die Armee noch die Polizei verfügen über solche Kaliber, ich bin besorgt." Die CIDH verurteilte indes den "unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt durch Polizei und Armee" gegen die Demonstranten.

Morales war am Sonntag nach wochenlangen Protesten infolge der umstrittenen Präsidentschaftswahl im Oktober zurückgetreten und anschließend nach Mexiko ins Exil gegangen. Die Anhänger des Ex-Präsidenten setzten ihre Proteste gegen die Entmachtung von Morales in den vergangenen Tagen fort.

Quelle: ntv.de, mba/AFP