Im Zorn Parteibuch weggeworfenGabriel wollte als junger Mann SPD verlassen

Die Räumung eines besetzten Hauses in Gabriels Heimatstadt hätte vor mehr als 35 Jahren fast zu einem Parteiaustritt des heutigen SPD-Vorsitzenden geführt: Nur einem besonnenen Genossen ist es zu verdanken, dass Gabriels Austritt nie rechtswirksam wurde.
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel wollte als junger Mann 1981 seine Mitgliedschaft bei den Sozialdemokraten beenden. Wutentbrannt seien er und seine politischen Freunde bei einer Mitgliederversammlung der SPD im heimatlichen Goslar aufgetreten und hätten während der Sitzung ihre Parteibücher zurück gegeben, wird Gabriel in einer Biografie über den SPD-Chef zitiert, die in der kommenden Woche erscheint und aus der die "Welt am Sonntag" Auszüge veröffentlichte.
Gabriel kritisierte damals die örtliche SPD-Führung wegen der Räumung eines besetzten Hauses in Goslar, heiße es in dem Buch der Journalisten Christoph Hickmann und Daniel Friedrich Sturm. Allein das Agieren eines besonnenen Genossen habe damals dazu geführt, dass sein Parteiaustritt nicht rechtswirksam geworden sei, habe Gabriel den Buchautoren gesagt. Dieser habe die im Zorn weggeworfenen Parteibücher nie an die Geschäftsstelle weitergegeben, wird Gabriel weiter zitiert.
Als der Streit über die Räumung des besetzten Hauses durchgestanden war, sei der Genosse mit den Parteibüchern erschienen und habe Gabriel und seinen Mitstreitern vorgeschlagen: "Jetzt könnt ihr ja auch wieder eintreten." So sei es dann geschehen.