Politik
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sollte offenbar Ziel eines Anschlags werden.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sollte offenbar Ziel eines Anschlags werden.(Foto: picture alliance/dpa)
Dienstag, 06. November 2018

Rechtes Komplott in Frankreich?: Geheimdienst vereitelt Anschlag auf Macron

Erst am vergangenen Wochenende warnt Emmanuel Macron vor rechtsextremen Bewegungen in Europa. Genau jene Kreise planten anscheinend einen Anschlag auf den französischen Präsidenten. Die Sicherheitsbehörden nehmen mehrere Verdächtige fest.

Französische Anti-Terror-Ermittler haben nach eigenen Angaben einen möglichen Angriff auf Präsident Emmanuel Macron vereitelt. Sechs Verdächtige aus der rechtsextremen Szene seien festgenommen worden, hieß es von Seiten der Ermittler in Paris. Ihnen wird die Bildung einer "kriminellen terroristischen Vereinigung" vorgeworfen. Die Verdächtigen wurden am Morgen vom Inlandsgeheimdienst DGSI festgenommen. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat Anti-Terrorermittlungen eingeleitet.

Bei den Festgenommenen handelt es sich demnach um fünf Männer und eine Frau im Alter von 22 bis 62 Jahren. Was genau sie planten, ist nicht bekannt. "Die Ermittlungen betreffen einen zu diesem Zeitpunkt noch unklaren und wenig definierten Plan für eine gewalttätige Aktion", hieß es von den Ermittlern.

Die Verdächtigen wurden in Isere südöstlich von Lyon, in Moselle an der Grenze zu Deutschland und Luxemburg sowie in Ille-et-Vilaine nordwestlich von Rennes gefasst. Es war zunächst nicht klar, worin die Verbindung zwischen den Personen bestand und wie sie in Kontakt zueinander standen.

Macron hatte erst in einem am Sonntag veröffentlichten Interview vor einer Bedrohung durch rechtsextreme Bewegungen in ganz Europa gewarnt. Die Selbstzufriedenheit in den 1930er Jahren habe den Weg freigemacht für Adolf Hitler in Deutschland und Benito Mussolini in Italien, so der Präsident.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatten die französischen Behörden zehn Rechtsextreme wegen mutmaßlicher Anschlagspläne gegen Politiker, Flüchtlinge und Moscheen festgenommen. Als mögliche Zielpersonen wurden der damalige Regierungssprecher und heutige Innenminister Christophe Castaner und Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon genannt. Im Juni diesen Jahres ging der Inlandsgeheimdienst gegen eine Gruppe vor, die Angriffe auf Islamisten plante. Gegen 13 Verdächtige wurde ein Verfahren wegen Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe eröffnet.

Quelle: n-tv.de