Politik

Pegida-Auftritt war Volksverhetzung Gericht belegt Pirinçci-Rede mit Geldstrafe

Exklusives Photoshooting mit Akif Pirincci in seinem Haus in der Weberstraße. Bonn, 13.05.2016 Foto:xC.xHardtx/xFuturexImage

exclusive photo shooting with Akif Pirincci in his House in the Weber Street Bonn 13 05 2016 Photo XC xHardtx xFuturexImage

Akif Pirinçci kam mit Katzenkrimis zu Ruhm. Heute schreibt er vor allem rechtspopulistische Bücher.

(Foto: imago/Future Image)

Deutschland sei eine "Moslem-Müllhalde", Flüchtlinge seien "Invasoren" und "KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb". Der Autor Akif Pirinçci überschritt bei einer Pegida-Rede im Oktober 2015 rechtliche Grenzen. Dafür muss er nun bezahlen.

Wegen einer Hetzrede bei der islamfeindlichen Pegida-Bewegung in Dresden soll der deutsch-türkische Autor und Rechtspopulist Akif Pirinçci 11.700 Euro Strafe zahlen. Ein entsprechender Strafbefehl sei am 1. Februar zugestellt worden, sagte eine Gerichtssprecherin. Wie die Gerichtssprecherin weiter sagte, kündigte der Autor an, Einspruch gegen den Strafbefehl einzulegen. Der Einspruch sei bislang jedoch nicht beim Gericht eingegangen.

Der deutsch-türkische Autor hatte im Oktober 2015 in Dresden eine Rede gehalten, die durchsetzt war von verbalen Ausfällen und Anfeindungen. Pirinçci sprach von einer "Moslem-Müllhalde" in Deutschland, warnte vor einer "Umvolkung", bezeichnete die Flüchtlinge als "Invasoren" und nannte Politiker "Gauleiter gegen das eigene Volk".

Vor bis zu 20.000 Pegida-Anhängern schilderte er damals einen angeblichen Vorfall in Hessen, wo ein CDU-Politiker einem Kritiker einer Flüchtlingseinrichtung gesagt haben soll, er könne Deutschland jederzeit verlassen. Pirinçci sagte, offenbar habe die Politik die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk so restlos abgelegt, dass ihm schulterzuckend die Ausreise empfohlen werden könne, wenn es nicht pariere. Sein Auftritt gipfelte in dem Satz: "Es gäbe natürlich andere Alternativen, aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb."

Die Äußerungen sorgten bundesweit für Entsetzen. Die Verlagsgruppe Random House nahm als Konsequenz Pirinçcis frühere Bücher aus dem Programm. Pirinçci war 1989 mit einem Katzenkrimi bekannt geworden, schrieb zuletzt aber vor allem rechtspopulistische Bücher.

Quelle: ntv.de, jog/dpa/AFP