Politik

Vorzeige-Projekt in Afrika Grüne Mauer: Macron mobilisiert Milliarden

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Durch die "Grüne Mauer" soll die Sahelzone wieder fruchtbarer werden.

Die Trockenheit der Sahelzone entreißt den Menschen fruchtbaren Boden und führt zu einer Kettenreaktion von Problemen. Das Projekt "Grüne Mauer" soll das ändern. Auf dem Klimagipfel in Paris verkündet Frankreichs Präsident Macron nun einen Erfolg.

Die internationale Gemeinschaft will das Umweltprojekt "Große Grüne Mauer" der Sahara mit Milliarden-Investitionen voranbringen. "Ich hatte mir zum Ziel gesetzt, bis 2030 mindestens ein Drittel der benötigten Mittel für dieses ambitionierte Projekt zu mobilisieren", sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei einer Veranstaltung im Rahmen des Klimagipfels "One Planet Summit" in Paris. "Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass wir dies und sogar noch mehr erreicht haben", so Macron weiter, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Im Vorhinein hatte es aus Élysée-Kreisen geheißen, dass für die Initiative rund zehn Milliarden Euro zusammenkommen sollen.

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Macron zeigte sich von dem Projekt sehr angetan.

(Foto: AP)

Bei dem Projekt der Grünen Mauer sollen über Tausende Kilometer Bäume wie ein grünes Band in der Sahelzone gepflanzt werden - bis zum Horn von Afrika. Der grüne Streifen soll mindestens 15 Kilometer breit sein. Dies soll die Ausbreitung der Sahara und somit die Wüstenbildung stoppen. Damit soll auch gegen Hungersnöte und Dürre in der Region gekämpft werden. Die Sahelzone ist eine Region in Afrika, die besonders vom Klimawandel betroffen ist. Dies bringt zahlreiche Konflikte mit sich, weshalb viele Menschen aus den Regionen fliehen. Wie die deutsche staatliche Entwicklungshilfeagentur GIZ im Sommer ntv.de mitteilte, sind zwei Drittel der Ackerböden Afrikas bedroht.

Auf der Webseite des Projektes heißt es, 15 Prozent der geplanten 8000 Kilometer seien bereits vollendet. Die britische Zeitung "Guardian" berichtete dagegen im September unter Berufung auf einen Status-Bericht, erst vier Prozent der Pläne seien umgesetzt worden. Es gibt demnach Kritik daran, zu versuchen, Bäume in der Wüste zu pflanzen, statt noch existierende fruchtbare Räume zu schützen. Es gebe zudem Probleme, den Fortschritt zu überwachen. So sei es schwierig, verlässliche Informationen darüber zu erhalten, wie viele der gepflanzten Bäume überlebt hätten.

Nach dem Hunger kamen Terror und Vertreibung

"Wie Sie wissen, setzt sich Frankreich sehr für die Sicherheit und Stabilität dieser Region ein", sagte Macron. Diese Sicherheit sei aber nicht nachhaltig, wenn den Menschen in der Region keine Zukunft geboten werde. Deshalb müssten auch Arbeitsplätze geschaffen werden und sichergestellt sein, dass die Menschen in der Region genügend zu essen hätten. "Die Vertreibung der Bevölkerung, die Krisen und (...) die Pandemie haben das, was der Terrorismus der ganzen Region angetan hat, noch verschlimmert." Macron nannte die Initiative unter Leitung der Afrikanischen Union "hervorragend". Damit könne sich Afrika innerhalb des laufenden Jahrzehnts deutlich zum Positiven wandeln.

Der vorwiegend online abgehaltene Artenschutz-Gipfel wird von Frankreich gemeinsam mit den Vereinten Nationen und der Weltbank ausgerichtet. Zu den Teilnehmern zählen neben Macron und UN-Generalsekretär António Guterres auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Der Gipfel soll die Grundlagen für die UN-Verhandlungen zum Schutz von Biodiversität im Oktober in China legen. Dort sollen Vertreter aus fast 200 Ländern neue UN-Artenschutzziele festlegen. Die bisherigen internationalen Artenschutzbemühungen gelten als gescheitert. Laut einem 2019 veröffentlichten Bericht des UN-Beratergremiums für Biodiversität sind eine Million Arten auf der Erde vom Aussterben bedroht.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/AFP