Politik

Ricarda Lang im "ntv Frühstart" Grünen-Chefin schaut keine WM

Ricarda Lang wird die WM in Katar nicht verfolgen. Die Co-Chefin der Grünen fordert zudem, dass Menschenrechte bei der Vergabe von großen Sportevents künftig eine größere Rolle spielen sollen. Mit Blick auf die deutschen Klimaziele übt sie offen Kritik am Verkehrsminister.

Die Co-Parteivorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Ricarda Lang, wird nicht zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Katar fahren und wird die WM auch nicht verfolgen. "Ich muss zugeben, dass ich sehr selten WMs verfolge, und da werde ich ganz sicher jetzt keine Ausnahme für genau diese hier machen", sagte Lang im "ntv Frühstart".

Zudem forderte die Grünen-Politikerin, dass künftig bei der Vergabe von großen Sportveranstaltungen auch die Menschenrechtssituation eine wichtigere Rolle spielen müsse. "Wir müssen für weitere Großveranstaltungen verhindern, dass sie dort stattfinden, wo Menschenrechte mit Füßen getreten werden", so Lang. Man dürfe auch nicht den Fehler machen, nur für die Dauer der WM nach Katar zu schauen, "sondern wir müssen weiter an der Seite der Menschen in Katar bleiben".

Im Interview am Rande der UN-Klimakonferenz in Scharm El-Scheich kritisierte Lang zudem die Situation der Menschenrechte in Ägypten: "Wir sehen, dass es hier immer wieder zu starken Menschenrechts-Einschränkungen kommt. Das sehen wir an der immer noch bestehenden Inhaftierung von Alaa Abd el-Fattah - einem Journalisten und Oppositionellen, der sofort freigelassen werden muss."

"Willkürliche Verhaftungen" in Ägypten

In den vergangenen Tagen sei es vermehrt zu "willkürlichen Verhaftungen" gekommen, zudem sei es für die Menschen vor Ort kaum möglich, zu demonstrieren, sagte Lang. Deshalb müsse man die diesjährige COP auch dafür nutzen, um den Fokus auf die Menschenrechtssituation zu lenken: "Wir werden beim Klimaschutz auch mit den Staaten zusammenarbeiten müssen, die keine weiße Weste haben", betonte die Politikerin. Man müsse gerade beim Thema Menschenrechte aber den "Finger in die Wunde" legen.

Mit Blick auf die weltweiten Bemühungen beim Kampf gegen den Klimawandel sagte Lang, dass sie gegen die Erschließung von neuen Gasfeldern in afrikanischen Ländern sei. Bundeskanzler Olaf Scholz will etwa mit dem Senegal enger bei der Förderung von Gas zusammenarbeiten. Dazu sagte Lang: "Ich finde, wir sollten bei Partnerschaften mit anderen Ländern nicht auf die Erschließung von neuen Gasfeldern setzen, sondern jetzt auf wirkliche Transformationspartnerschaften."

Lang nannte den grünen Wasserstoff als Beispiel, der ein "riesiges Potenzial" habe, gerade für den globalen Süden. Angesprochen auf die deutschen Fortschritte beim Klimaschutz, sagte die Grünen-Chefin: "Ich will ehrlich sein: Es reicht noch nicht. Auch wir halten unsere Klimaziele nicht ein und da müssen wir nachliefern innerhalb der nächsten Monate. Ich schaue da vor allem auf den Verkehrsbereich."

Das Verkehrsressort liegt in der Hand von Volker Wissing von der FDP. Lang betonte jedoch, dass es ihr dabei nicht um "parteipolitische Spielchen" gehe, sondern lediglich um die Einhaltung von Gesetzen: "Nein sagen geht nicht. Der Verkehrsbereich muss aus dem Schneckentempo rauskommen."

(Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 17. November 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, psa

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