Politik

Sperre "nicht akzeptabel" Gül twittert Erdogan über den Mund

Der türkische Ministerpräsident Erdogan will Twitter in seinem Land "mit der Wurzel ausreißen". Anscheinend macht er schon ernst, der Dienst ist laut Nutzern nicht mehr verfügbar. Nun meldet sich Staatschef Gül zu Wort - ausgerechnet bei Twitter.

Der türkische Präsident Abdullah Gül greift in den Streit um die nationale Twitter-Sperre ein - und das via Twitter. An die Adresse von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, der hinter der Aktion steht, schrieb Gül: "Es ist nicht akzeptabel, Zugangsverbote für soziale Medien zu erlassen."

Nach einem Gerichtsentscheid dürften nur einzelne Internetseiten blockiert werden, wenn diese den Datenschutz verletzten. Er hoffe, dass die derzeitige Sperrung nicht lange andauern werde.

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Gül positioniert sich in der Twitter-Debatte.

(Foto: picture alliance / dpa)

In der Türkei beklagen Twitter-Nutzer erhebliche Ausfälle nach einer Drohung Erdogans, den Zugang zu der Plattform zu sperren. Beim Versuch, die Twitter.com-Website zu öffnen, stießen einige Nutzer auf eine Mitteilung, die offenbar von den türkischen Regulierungsbehörden stammt. Darin hieß es, dass die Seite auf gerichtliche Verfügung hin blockiert worden sei.

Erdogan schert sich nicht um Reaktionen

Twitter teilte mit, den Berichten nachzugehen.  Zudem veröffentlichte das US-Unternehmen mit Sitz in San Francisco einen Tweet, in dem Nutzern in der Türkei erklärt wurde, wie sie per SMS weiter Mitteilungen absetzen können. Der Dienst ist in der Türkei außerordentlich beliebt, es gibt rund 12 Millionen Nutzer.

Erdogan hatte am Vortag vor Tausenden Anhängern angekündigt, gegen Twitter und andere soziale Medien vorzugehen. Er sagte: "Twitter und solche Sachen werden wir mit der Wurzel ausreißen. Was dazu die internationale Gemeinschaft sagt, interessiert mich überhaupt nicht."

Einige Nutzer hatten in den vergangenen Wochen auf Twitter und in anderen Online-Netzwerken auf Tonaufnahmen und Dokumente verwiesen, die angeblich Beweise für Korruptionsvorfälle im inneren Zirkel um Erdogan liefern und dessen Verwicklung belegen sollen. Der Regierungschef sprach von manipulierten Aufnahmen.

Quelle: ntv.de, jog/rts

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