Politik

Nach fünf Versuchen drin Hacker errät Trumps Twitter-Passwort

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Trumps Privataccount, den er hauptsächlich nutzt, soll betroffen gewesen sein. Das offizielle Konto des US-Präsidenten wurde nicht geknackt.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

"Niemand wird gehackt", behauptet US-Präsident Trump vor ein paar Tagen mit einer abenteuerlichen Begründung. Nun soll er selbst eines Besseren belehrt worden sein - und das nicht zum ersten Mal.

Als Hacker im Juli einen massiven Angriff auf Twitter verübten, waren viele prominente Accounts betroffen. Der von Barack Obama zum Beispiel, der von Bill Gates und auch der von Joe Biden. Der prominenteste Twitter-Nutzer der Welt entging der Attacke: Donald Trumps Konto war von Twitter besonders gesichert worden, wie die New York Times damals berichtete. Nun will ein niederländischer IT-Sicherheitsexperte an das Passwort des US-Präsidenten gekommen sein - nicht über einen komplizierten Hack, sondern schlicht durch Erraten.

*Datenschutz

Eigentlich habe er erwartet, nach dem vierten erfolglosen Login-Versuch blockiert oder wenigstens nach weiteren Informationen gefragt zu werden, sagte Victor Gevers der Tageszeitung "De Volkskrant". Stattdessen konnte er weiter probieren - und war mit "maga2020!" auch prompt erfolgreich. "Maga" steht für "Make America Great Again", Trumps Slogan im letzten und auch in diesem Wahlkampf. Einmal eingeloggt, habe er Trumps persönliche Nachrichten lesen, seine Profileinstellungen verändern und auch in seinem Namen tweeten können, schreibt "De Volkskrant". Screenshots sollen das belegen.

Statt eigene Botschaften an Trumps 87 Millionen Follower zu senden, habe er versucht, ihn selbst und sein Umfeld auf die Sicherheitslücke aufmerksam zu machen, erklärte Gevers, der sich als "Ethical Hacker" versteht. Darauf hätten aber weder das Weiße Haus noch die US-Sicherheitsorgane noch Twitter reagiert. Erst am nächsten Tag habe er dann nicht mehr auf das Konto zugreifen können, weil Twitter die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert habe. Dabei bekommt der Besitzer eines Accounts einen zusätzlichen Code zugeschickt, den er beim Login angeben muss. Ein paar Tage später sei Gevers dann vom US-Secret Service kontaktiert worden, der sich für den Hinweis bedankt habe, schreibt "De Volkskrant".

Twitter weist Darstellung zurück

Während aus dem Weißen Haus nichts zu dem angeblichen Hack zu hören war, hat Twitter die Darstellung der Zeitung inzwischen dementiert. Dem Netzwerk lägen keine Beweise vor, die die Behauptungen untermauerten, heißt es in einem Statement. Für hochrangige Accounts, die mit der US-Wahl in Verbindung stehen, habe man von sich aus weitergehende Maßnahmen zur Kontensicherheit ergriffen, sagte ein Sprecher.

Tatsächlich hätte Twitter allen Grund zu solchen Sicherheitsvorkehrungen - insbesondere bei Präsident Trump, der sich vor ein paar Tagen noch öffentlich zu der Behauptung "Niemand wird gehackt" verstieg. Seine Begründung: Hacker bräuchten einen IQ von 197 und müssten 15 Prozent des Passworts kennen. Das kurze Video machte auch deshalb schnell die Runde, weil Trump es eigentlich besser wissen müsste. 2016 gelang es drei Niederländern nämlich schon einmal, das Passwort seines Twitter-Accounts zu erraten. Damals lautete es "yourefired", sein Lieblingssatz bei der US-Show "The Apprentice". Einer der drei erfolgreichen Account-Knacker war übrigens Victor Gevers.

Quelle: ntv.de, ino